· 

Back to...

Wie war das früher?

Ich spreche von damals als wir uns noch nicht jeden Morgen und Abend per Handynachricht das Beste wünschen konnten. Oder auf Instagram, Facebook und WhatsApp, sowie anderen Anbietern Bilder von Restaurant- & Partybesuchen, Bergwanderungen, Hundemomente, Urlaub und Kochresultate zusendeten.

Ok - ich habe damals oft telefoniert. Doch wäre es mir nicht in den Sinn gekommen, 2-mal oder mehrfach am Tag meiner Freundin alles Gute zu wünschen. Doch heute - das wissen wir alle...sind genau solche Dinge üblich. Und meines Erachtens wird es immer mehr.

Mein Handy freut sich jeden Abend mir mitteilen zu können wie viele Stunden ich mit ihm verbracht habe. An manchen Tage ist das mehr Zeit als ich Schatz sehe. Und ich weiss aus dem Bekanntenkreis, dass viele genau diese Funktion unterdrückt haben, weil sie damit nicht konfrontiert werden wollen. Es sei ihnen nicht zu verdenken, denn wenn es ihnen wie mir geht...mmmhhhh! so ist diese all abendliche Zahl stetig und ganz (un-)heimlich am Ansteigen. Das, obwohl ich glaubte, weniger den Griff zum Handy getätigt zu haben. Okay eine Veränderung muss her. Ich begann dieses Teil auf dem Hundespaziergang zu Hause zu lassen. Das war zu Beginn eine interessante Erfahrung und erstaunte mich - Nicht nur das ich mich bei den ersten malen irgendwie unvollständig fühlte, irgendwie als hätte ich vergessen ein Kleidungsstück anzuziehen, sondern meine Hand wanderte des Öfteren in die Jacken- oder Hosentasche. Der Griff zum Handy war schon so richtig eingefleischt.

Und dann war da auch noch der Satz: "und wenn etwas passiert...?"der immer wieder mal seine Präsenz in den Gedanken forderte. "Ach - früher hatte ich auch kein Handy dabei und habe trotzdem überlebt" entgegnete ich mir gedanklich selbst.

Als ich es jemandem der mir sehr naheliegt erzählte, bekam dieser einen Schreck und meinte: "Also Handy und Pfefferspray sind unbedingt notwendig und nach 19:00h nicht mehr allein auf die Strasse. Denn es wird heute auch nicht mehr Halt vor älteren Personen gemacht."

Neeeeeeeiiiiiiiiiin! Hiiiiiilfffeeeeeee! Mit was für Ängsten leben wir? Und die Person lebt nicht in New York in der Bronx, sondern im Vergleich dazu in einer Kleinstadt.

Sie bat mich inständig ihr zu versprechen, wenn überhaupt… wenigsten abends das Haus nicht ohne Handy zu verlassen. Und den Hund mit zunehmen - plus Abwehrspray - versteht sich 

Ich mache mich nicht lustig über die Aussage dieser Person. Es brachte mich zum Nachdenken.

Auch möchte ich das Handy und die Möglichkeiten der Anwendungen und des Internets nicht schlecht machen. Doch muss es einen Weg geben, dass in eine Relation zu bringen die für mich Gesünder erscheint.

Ich muss so vieles was angeboten wird nicht wissen. Z.B. Ob ich mein Pensum von 10`000 Schritten absolviert habe? Mir kein schlechtes Gefühl aufdrücken lassen, wenn ich es nicht geschafft habe? NEIN! MUSS ICH NICHT - Keine Apps die das *Kalorienzählen, *Turnübungen anbieten oder den notwenigen *Trinkwasserverbrauch mittels Zähler aufzeigen...

Pflanzenbestimmung - obwohl ich einige Bücher zum Thema im Wohnzimmer stehen habe. Rezepte - Kochbücher besitze ich ebenfalls, sie schlummern seit Jahren.  Und dann ist da noch diese WhatsApp Gruppe – aus der ich heute Morgen ausgetreten bin. Jene die, wenn das Handy auf Stumm geschaltet, ich abends bis zu 20 oder noch mehr Nachrichten anzuschauen hätte. Sie die irgendwie sinnvoll, mich jedoch fordert andauernd zu schauen. Eine "Wer will und hat noch nicht" Gruppe. Alles was von Bewohnern von hier aus dem Ort oder der näheren Umgebung zu verschenken oder zu verkaufen ist, kann dort angeboten werden. Bild - Angebot und Besten Fall ein *Vergeben* lassen das Handy unzählige Male Klingeln. 

Ich könnte noch mehr auflisten... auch wenn ich vieles *nicht installiert* habe. Trotzdem mindert es meine Benutzungszahl dieses Gerätes nicht. Bin ich ein Sklave meines Handys geworden oder es mein Meister? Ich weiss - Schatz würde nun sagen ich übertreibe. Doch ich empfinde es so. Und deswegen habe ich heute Morgen einen Imaginären Stecker gezogen. Denn Zeit ist so wertvoll und diese möchte ich nicht mehr so oft mit einem vom Handybeleuchteten Gesicht verbringen. Meinen Fotoapparat, den ich seit Monaten nicht mehr hervorgeholt habe nutzen (Schatz hat mir vor einiger Zeit so ein tolles Makro Objektiv dazu geschenkt) Handgeschriebenes versenden, Kataloge zum Anfassen angucken und und und … Ich möchte zurück in eine Welt die mir / uns besser getan hat. Es liegt an mir allein dies umzusetzen.

Deswegen steht heute auf Facebook und WhatsApp geschrieben:

 

Hey Ihr Lieben - Ab sofort (Sommerzeit) werde ich meine Zeit weniger am Handy und Co. verbringen.

Auf den täglichen Blog und das Kalenderblatt (nur für meine Freunde) musst du allerdings nicht verzichten.

Hugs & Kisses - Angel 

 

So wünsche ich dir ein prächtiges Wochenende...mit einer wundervollen Zeit. Vielleicht auch mit dem Motto *Back to the Roots* Zurück zu den Wurzeln...ohne dem kleinen Bildschirm mit Display.

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Isa (Montag, 16 Mai 2022 08:47)

    Super!

  • #2

    Hei Angel (Montag, 16 Mai 2022 15:32)

    Vielen Dank, meine liebe Freundin Isa…