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Schnüffeln

Ich die mir immer wieder was Neues für Naya einfallen lasse, sobald sie das andere Neuerlernte beherrscht, sah im TV etwas, dass auch für uns passen könnte. Ich gebe zu, es ist nicht immer ganz einfach etwas zu finden, doch es hält meine grauen Gehirnzellen auf Trab und Naya als Hirtenhund beschäftigt. 

Unser Repertoire hat sich so tatsächlich vervielfacht und auch wenn Wiederholungen sein müssen, dass das Erlernte nicht vergessen geht, können wir trotzdem von dem allein nicht leben. Es wäre auf die Dauer etwas langweilig. Deswegen - Neues muss her...

So starrte ich gebannt auf den Bildschirm, um ja nichts zu verpassen, für diesen Teil für den im Vorfeld so gross Werbung gemacht wurde. Obwohl am Ende musste ich sagen: "das ist echt keine Hexerei - Naya macht das mit links."

Die Rede ist von versteckten Teebeuteln auffinden. Die Dame in der Flimmerkiste hatte, so erzählte sie, gute Erfahrungen mit Kamillenteebeuteln gemacht. Doch im Grunde sei es egal welche Sorte man nehme, es ginge darum die Suche auf einen bestimmten Geruch zu trainieren.

Nach der Sendung ging ich zu der Schublade mit den Teesorten, deren ich viele besitze, weil ich nur passionierte Tee Trinkerin bin. "mmmmhhhh - für was würdest du dich entscheiden?" rief ich ins Wohnzimmer zu Schatz. "Das ist doch egal." rief er nach einer gefühlten Ewigkeit zurück. Ach, ich mag diese Antwort nicht. Denn sie ist weder Fisch noch Fleisch. Was soll ich mit Egal anfangen. Egal – Ich entschied mich.

 

Anderntags bewaffnete ich mich mit Fenchelteebeuteln. Ging in den Garten, während Naya mich sehr aufmerksam durch das Fenster beobachtete und ihre Körperspannung verriet, dass sie wusste, dass es nun Bald zur Arbeit überging.

Als ich aus ihrem Blickfeld verschwunden war, legte ich einen Beutel auf einen Grashügel, mitten zwischen den Beeten. Weniger Minuten später hielt ich ihr Draussen einen Fenchel Sachet unter die Nase. "Oh lecker" schien sie zu sagen und wollte ihn schnappen. Schwupps war er wieder weg, um dann erneut unter ihren dicken schwarzen Riechzapfen gehalten zu werden. 

"Such" wie der Blitz raste sie davon und stöberte im Garten umher. Dann kam sie freudig in meine Richtung gerannt. Ich erkannte das flatternde Schnürchen mit dem Zettelchen der Tee Marke aus ihrem Maul hängend. Der Beutel selbst war nicht sichtbar. Verschwunden in ihrem grossen Maul. hahaha

Kurz vor mir stoppte sie, als hätte jemand die Handbremse angezogen. Spuck! Spuck! Wäääähhhh - schien sie zu sagen. Blockiert stand sie dort und machte keinen weiteren Schritt. Ich ging auf sie zu, während dem sie den Kopf schüttelte, schmatzte und hustete.

Okey - Fenchel scheint nicht ihr Lieblingskraut zu sein. Der Beweis lag zwischen ihren Fellpfoten. Ein zerkautes Stück Papier - das sehr unappetitlich aussah. Und als sie den Kopf hob und mich ansah, klebten in ihrem Gesicht und vor allem am Maul, überall Fenchelkörnchen. 

Ich wusste das war`s - da muss ich mir was anders ausdenken. Nun nur kein grosses Theater machen, dachte ich. Es wäre zu schade, wenn ich damit ihre ambitionierte Suchfreude hemmen würde. 

Wenig später hatte ich drei dicke Stoffwürste (Fachbegriff Boudin - was eigentlich Blutwurst auf Französisch heisst) aus dem Schrank geholt. Hatte Naya so platziert, dass sie meine Handlungen nicht sehen konnte und legte diese an verschiedenen Orten im Garten aus. Da sie diese Übung schon kennt, wurden sie nun in der Höhe platziert. Das hatte ich bislang nur ganz wenige Male gemacht. Auf dem Kompostdeckel, auf dem Hochbeetrand und eines in der Weide hängend. Nicht so einfach.

Am Ende hat sie mir alle freudig ohne Hilfe gebracht. Ein Erfolg musste nach dem Fenchelmassacker nun auch wirklich sein.

Doch das ist bei dieser Geschichte nicht das Ende. Teebeutel kann ich schlichtweg vergessen - das ist mir klar. Doch habe ich noch im Zubehörschrank Futterbeutel. Ich werde das nächste Mal einen mit etwas besonderem befüllen. Den dieser ist beinahe unkaputtbar. 

 

Füllen mit??? Trüffel vielleicht? Au ja - vielleicht trainiere ich Naya zum Trüffelschwein...und wenn das nicht funktioniert… halb so wild – denn sie ist und bleibt mein Glücksschweinchen…

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