· 

Geklatscht & gedrückt

Vor etwa einer Woche räumte ich mein Bücherregal leer. Nicht nur um zu entstauben, sondern auch um die Träger zu entfernen, wie auch die Tablare. (Oder umgekehrt - hahaha) Schliesslich sollte der Raum neu gestrichen werden. Das der Kauf der falschen Farbe das Ganze etwas hinauszögern würde war mir bis dahin noch nicht klar. 

Doch darüber vielleicht ein anderes Mal mehr.

Die Exemplare wurden auf jeden Fall auf das Gästebett gelegt - Falsche Bezeichnung - Sorry! Denn durch seinen Umzug in den oberen Raum trägt es nun den Namen *Tagesbett*. hahaha. Dort steht es aufgeklappt und mit ein paar Decken versehen, welche die etwas dünne Matratze bequemer werden lassen und vielen Kissen zur Zierde als ein wirklich einladender Chill- und Leseplatz.

Bei der Ausräumaktion fiel mir einmal mehr auf, dass das eine oder andere Exemplar schon seit Jahren meinen Blick nur noch beim Abstauben gesehen hat, jedoch nicht mehr auf der Innenseite, beim Blättern. Geschweige denn beim Lesen.

Trotzdem ist es das einzige Regal und dies mit reduzierter Ablagefläche, dass mir seit dem vergangenen Jahr nach dem selbst auferlegten Motto *LOSLASSEN* geblieben ist.

Kein Mitgefühl bitte - ich wollte es so.

Doch die nun verbliebenen Bücher liegen mir am Herzen.

Ach! Ich rede grade wie eine Rabenmutter, die behauptet ihr Kind zu lieben und trotzdem die Vernachlässigung praktiziert. So! Genug der Selbstreflektion, zurück zu einem Buch das mir besonders ins Auge fiel. Sein Umschlag auf Alt getrimmt, so auch die Titelschrift: "Lady Cottington - mein geheimes Elfen Album 1895-1912" Nein, das ist nur der Titel, dass Buch ist, nicht aus der Jahrhundertwende um 1900, es wurde von mir irgendwann um 2000 herum gekauft. 

Die Geschichte zeigt sich sehr einfach. Lady Angelica Cottington sammelte als Mädchen im Garten Elfen. Nein, nicht per Netz, oder Konfitüren Glas...sondern in dem sie ein Buch nahm und das geöffnete Exemplar mit einer Heftigkeit zusammen klappte und so eine Elfe nach der anderen wie gepresste Blüten in ihrem Album einfing. 

In meinem Buch heisst es: "klappte sie das Buch zu, waren die Elfen gefangen, und ihre äussere Erscheinung blieb so der Nachwelt erhalten."  Hahaha Ok! Ob man darüber glücklich sein soll.

Ich kann dir verraten, wenn du die Bilder siehst, lachst du dich kaputt. So lustig – dass meine Lymphdrainagen Frau, welche im Moment alle 14 Tage zur Therapieanwendung kommt und der ich dieses Bücherexemplar zeigte, sich Tränen aus den Augenwinkeln wischte.

 

Das Geschehen oder sollte ich sagen die Tätigkeit des Mädchens, ist jeweils in einer kindlichen Schrift mit äusserst vielen Rechtschreibefehlern dokumentiert. (wie sympathisch)

Eines dieser gefangenen, geklatschten und gepressten Wesen des Buches siehst du auf dem heutigen Foto. Und Pssst! Beinahe am Ende des Buches findet man einen Teil, der nur für Erwachsene gedacht. Ein bisschen Po, ein bisschen Busen...was soll`s anscheinend gibt es in der Anderswelt auch FKK-AnhängerInnen. hahaha

Zum Schluss sei erwähnt...

Unter "IN EIGENER SACHE" schreibt der Verlag seine Entschuldig wie folgt:

"Auf Wunsch der KGVGE (Königliche Gesellschaft zur Verhütung von Grausamkeit an Elfen) erklärt der Verlag hiermit ausdrücklich, dass bei der Herstellung des vorliegenden Buches Elfen weder zu Tode noch sonst wie zu Schaden kamen.

Die Elfenbilder im Buch sind parapsychologischen Ursprungs. Da es in der Vergangenheit ein oder zwei bedauerliche Unglücksfälle gab, legte die KGVGE Wert auf die Feststellung, dass die auf den folgenden Seite präsentierten Elfen eine Möglichkeit fanden, sich pressen zu lassen, ohne dabei einen Schaden zu nehmen.

Tatsächlich wurde dies dann als Elfische Sportübung anerkannt und galt somit als Qualifikation für den Wettbewerb um die Stachelbeer-Medaille bei der (alle tausend Jahre veranstaltenden) Elfen Olympiade 1921." 

- Gerstenberg Verlag / Autor Terry Jones / Deutsch von Hans Wolf -

 

Und keine Sorge, lieber Leser, liebe Leserin,

Olympiade - daran wollen meine Gartenelfen nicht teilhaben. Sind mit dem Thema Sport auf dem gleichen Level wie ich und wird nicht unter Genuss abgelegt. Schon gar nicht wenn sie nur alle tausend Jahre stattfindet. Bei mir darf alles fliegen, schweben und leben, was seinen Weg in meinen/unseren Garten findet. Auch Naya hat im letzten Sommer gelernt nicht nach allem Flatterhaften zu schnappen und schon gar nicht zu schlucken. Somit ist die letzte Gefahr gebannt. hahaha

Schliesslich soll mein Paradies eines bleiben und...

 

meine Bücher sollen in Zukunft mein Gesicht lesend und Bilderanschauend erleben können. Grosses Elfenehrenwort!

 

 

 

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0