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Samstag

Stell dir vor...

Samstagmorgen. Du stehst auf, freust dich, dass dein Partner an diesem Wochenende frei hat. Denn, das ist keine Selbstverständlichkeit. Gemeinsam beim Frühstück ziehst du dir die Strickjacke über, weil du es etwas kühl findest. Am Tisch wird gemeinsam der Tag verplant. Farbe wollte man in der Stadt holen, dann noch in den Do It um Bastelmaterial zu besorgen. Vielleicht noch ein kleiner Bummel und bei Tante vorbei.

Doch dann holst du dein Handy im Wohnzimmer, um noch eine Nachricht abzuschicken und spürst das dies sehr kühl, ich nenne es mal *Schattig* ist. Du fasst an die Heizkörper ... Nr. 1 Kalt - Nr. 2 ebenso... nach einer Kontrolle steht fest, in allen Wohnräumen sind die Radiatoren frostig. Nun fällt auf - In der Küche die Bodenheizung auch.

Ach - vergessen zu erwähnen...Draussen minus drei. Grad - Natürlich!

 

Ich ging in den Keller. Die Heizung log was das Zeug hielt, denn auf dem Display schien alles in Ordnung. Doch das sonst ratternde Geräusch, dass sie in Betrieb sei, fehlte eindeutig. Einige Anwendungen und Knöpfe drückend später...

 "Schaaaa aaaatz! die Heizung läuft nicht" 

Nach einer Kontrolle durch den Herrn des Hauses, stand fest: "Da muss der Monteur her" 

Oh Gott - es war Samstag, Schatz sagt das macht nichts "die haben 24 Std. Betrieb." 

Ich hörte, wie er am Telefon sagte: "Okey - bis dann, wir warten."

Es wurde uns versprochen, dass der *Retter für die gewohnte Wärme* am Nachmittag vorbeischauen will.

 

Abends knapp vor 18:00H – Nach einem Samstag der mit Warten verbracht worden ist, endlich ein Autogeräusch vor dem Haus. Ein abgekämpfter freundlicher Mann stieg mit Köfferchen bewaffnet kurz darauf die Kellertreppe hinunter. Schatz wie sein Schatten hinterher. Einige Minuten später: "Ich bringe ihm ein Glas Mineralwasser. Der arme Monteur ist seit früh morgens unterwegs: "er hat 24 Stunden Piket Dienst für dieses Wochenende. Nach uns hätte er noch weitere Notfälle." Erklärte mir Schatz. Auch sein Gesicht spiegelte etwas Hoffnung, dass der Mann, welcher nicht zu beneiden war, uns helfen könne.

 

Am Morgen hatten wir gleich nach Entdeckung des Ausfalls unseren kleinen Gusseisenofen aus Frankreich im Wohnzimmer angefacht. Da man damit keine Wärme speichern und ihn auch nicht in der Leistung wirklich gut regulieren kann, hatten wir nun in der Stube *Afrika*…im Gegensatz zu den oberen Räumen, dort schien es eher wie *Nordpol* hahaha oder zumindest wie am *Südpol*, denn ein kleiner Elektroheizkörper brachte im Schlafzimmer nun etwas Wärme, die jedoch rasch zu verpuffen schien. 

Unterdessen waren auch die Oberen Fensterläden geschlossen worden und unten die dicken Vorhänge gezogen. Alles Massnahmen die wir im Laufe der 12 Jahre ohne Heizung, nur mit Holzofen wärmend, gelernt hatten. Das war vor dem Einbau der Radiatoren und dem Anbau der Küche. Einer Heizmöglichkeit die mittels Erdwärmesonden funktionieren sollte.  Dies war vor genau 10 Jahren und in diesen funktionierte immer alles wunderbar.

 

Voller Hoffnung sass ich in *Afrika* auf meinem Lieblingssessel und betete inständig der Fachmann könnte mit dem Klopfen, dass nun aus dem Keller zu vernehmen war, dass Ganze wieder auf *Normal* bringen. Einfach nur Warm ohne Denken, Handeln oder Sorgen machen. Mehr wollte ich nicht.

Herr Gott - Funktionieren sollte das Ganze!

Ich hatte keine Lust über Tage, jede Stunde ein Holzscheit in den Ofen zu schmeissen, dass wir eine gewisse erträgliche Temperatur am Leben halten können. Mehr noch - die Holzreserven schwindend sehen und sich Gedanken machen müssen wo wir nun, mitten im Winter, Holz herbekommen. mmmhhhh!

Die Aussage des Monteurs, der nach einer Stunde der Überprüfung nach Oben kam, war ernüchternd. Die Solepumpe sei defekt und die müsse er bestellen. Selbstverständlich mache er von der Dringlichkeit Meldung, doch wie lange es dauern würde bis er sie hätte, könne er nicht sagen. Er verabschiedete sich mit der Aussage, dass er nun weitermüsse, weil er noch einige Anrufer abarbeiten dürfe, es seien ungewohnt viele Aussetzer von Heizungen an diesem Tag zu verzeichnen.

Schatz drückte ihm dabei die fast volle Mineralwasserflasche und ein Trinkgeld in die Hand.  Wir verabschiedeten in freundlich. 

Wir standen da, wie begossene Pudel. Schauten uns an und mussten trotzdem Lachen, weil Naya sich aus Afrika... in den Flur an die Türe legte. Sozusagen Temperaturmässig eher in die Toscana im Frühling. hihihi

Es war ihr im Wohnzimmer eindeutig zu heiss geworden.

"So" sagte ich…ohne weiterzusprechen. Ich tippte ins Handy "Ich kann doch meine Freundinnen fragen, ob eine von ihnen einen Elektroheizkörper hat, den wir im Haus noch platzieren können." Die Frage war eigentlich eine schon getätigte Handlung. Hahaha! Ja so sind wir Frauen - hahaha

Ok - Samstagabend - keine der angeschriebenen Personen reagierte. ¨"Dann rufe ich an! Vielleicht nimmt wer ab." Sagte ich… Schatz nickte.

Bingo - ich hatte Glück - Freundin I. erklärte mir, dass sie eines, ne... mehrere hätten und Schatz so viele wie wir benötigen würden abholen könne. "So gut - vielen Dank - er kommt." rief ich fröhlich ins Telefon.

Seither rauschen Heizlüfter mit Thermostat betrieben in der Küche, Nachts im Wohnzimmer für wenn der Holzofen erlischt, Im Schlafzimmer tut immer noch der kleine Radiator seine Dienste und ein kleiner Lüfter ist als Notnagel beiseite gestellt, sollten die Temperaturen sinken.

Wobei wir dann, keine Kaffeemaschine oder sonstiges mehr betätigen können, weil die Sicherungen mit den üblichen Haushaltsgeräten z.B. Kühlschrank, Tiefkühltruhe, Licht und anderes nicht mehr bewältigen können. 

 

Wir haben heute Dienstag - noch keine Nachricht vom Eintreffen der sehnlichst erwünschten Pumpe. Die gewollten Besorgungen vom Samstag, wurden allesamt verschoben, auf die nächsten Frei Tage von Schatz. Ich bin voll im Modus von vor 10 Jahren. Alle Stunde ein Holzscheit in den Ofen. Wasserschale regelmässig mit Wasser auffüllen, weil sonst die Luft zu trocken ist.

Dabei kommen mir immer wieder mal die Gedanken ---

Stell dir vor:

"wir hätten keinen Ofen - kein Holz - keine Heizlüfter - kein Strom - könnten nicht telefonieren - nicht ins Internet usw." Irgendwie und dies sage ich ohne Panik Macherei... Ist in unserem Leben so vieles selbstverständlich. Bis an Tag X eine kleine Pumpe den Arbeitsgeist aufgibt. Rebelliert... nicht mehr tut was zu tun wäre. Dann sieht die Welt plötzlich ganz anders aus.

 

Und dann...

dann schreibt eine weitere liebe Freundin plötzlich über WhatsApp "Wir hätten noch eine Heizung und Holz..." und eine weitere "Wir hätten Whiskey und Tee zum Wärmen." dann ist mit diesen Wortmeldungen meine - unsere Welt wieder etwas wärmer…äh! Heller! hahaha  

Danke an dieser Stelle, allen unseren HelferInnen in der Not und selbstverständlich meinem Schatz, der nun mehrfach vor der Arbeit Holz von Draussen nach Drinnen getragen und mir somit ein "Polster" für den ganzen Tag bereitgelegt hat. Ihr seid alle meine wertvollen blinkenden Goldstücke. Danke von Herzen!

 

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