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Rau Nacht Krimi

Heute Morgen 6.15h.

Der Tagesplan forderte, dass ich die erste kleine Runde früh mit Naya machen durfte.

Ich liebe es... Wenn es still ist, wir allein sind und sich die Nacht mit dem Tag einen Schlagabtausch liefert.

Neblig, nass und irgendwie unheimlich. Letzteres empfinde ich sonst nicht so...denn ich mag es gerne mich im Schein von Strassen- & Hausbeleuchtungen zu bewegen. Nachtspaziergänge z.B. sind voll mein Ding.

 

Doch heute Morgen schien es irgendwie anders. Naya unruhig, sich immer wieder umblickend als würde uns jemand verfolgen. Dann blieb sie stehen und guckte ins Nichts. Zog dann unüblicher Weise an der Leine und schien zu sagen: "Ich will nach Hause." 

Ihr Geschäftchen verrichtete sie, ohne lange vorher zu schnüffeln, blickte sich dann wieder um und blieb erneut starr stehen.

Okey - es könnte ja sein, dass sich ein Fuchs ausserhalb des Strassenlichtkegels befand. Eine Katze irgendwo sass die ich nicht sah oder aber...

 

Die Raunächte - der Gedanke schoss sich in meine Erinnerung.

Vielleicht war es wirklich so, dass Naya als Hundewesen viel mehr sah und hörte, wie es meinen Möglichkeiten entsprach. Vielleicht nahm sie die herannahenden Reiter der Unterwelt wahr, die ihr Unwesen trieben mit Menschen, die sich in der Dunkelheit aufhielten. Wer weiss? 

Die Raunächte - dann, wenn ich alten Überlieferungen zu Folge draussen im Garten eine Dauerkerze brennen lasse. Begonnen am 24. nachts endend 12 Tage später. Die besagten Nächte in denen man die Träume aufschreiben sollte, denn sie seien wegweisend für jeden einzelnen Monat im neuen Jahr. Also der 24.auf den 25. Für den Januar und so weiter…

Ach, ich und meine Träume - eine Katastrophe...dazu ein anderes Mal mehr. Doch um hier meine Gedanken kundzutun...Ich glaube Nayas Träume wären nicht besser und Schatz? Er behauptet so oft keine zu haben, davon kann ich nur träumen...hahaha

 

Zurück zu heute Morgen

Auf einem kleinen Stück unseres Weges wird es dann so dunkel, dass ich dort regelmässig die Taschenlampe oder die Handybeleuchtung an mache. So auch heute Morgen, doch auch dies beschwichtigte Naya nicht. Sie zog an der Leine, so..., dass ich stehen blieb. Ich lass mich nicht abschleppen, gab ich ihr damit zu verstehen.

Sie schaute starrend Blickes und den Körper steif machend hinter uns. Da - da war doch was! Oh nein - nun hatte mich ihr Verhalten angesteckt. Obwohl nichts zu sehen war, glaubte ich zu wissen, dass da was ist. Was keine Ahnung – doch es fühlte sich nicht gut an.

Alle 6 Beine wurden sofort auf GO gestellt und innert weniger Minuten standen wir schnaufend beim hellerleuchteten Hauseingang.

Naya stiess mich mit der Schnauze an: "Mach schneller." Ich wähnte mich in einem Krimi, dann wenn die Verfolgte den Hausschlüssel viel zu langsam aus der Jackentasche klaubt und den Schlüsselschlitz verfehlt.

Drinn! Naya hechelte sich den Stress von der Seele. Vielleicht sollte ich das auch mal tun. Hahaha - Ohne in Ohnmacht zu fallen und zuvor zu Hyperventilieren? Wird schwierig. Hahaha

Auf jeden Fall - kaum sich geschüttelt und ihre Füsse von der Nässe abgerieben, ich stand noch in Jacke da...marschierte sie selbstsicher in die Küche und ihr Blick sagte fordernd: "Futter Bitte - gleich" hahaha (glaube nicht, ich käme solchen Aufforderungen sofort nach – wo sind wir denn…hahaha)

Ab da hätte mir leicht der Gedanke aufkommen können, dass der Hunger sie getrieben und der Rest... vielleicht war da eine Katze...doch wer weiss...

Jedoch nein!!! - wie habe ich gelernt - Hunde sind nicht so manipulativ und berechnend... Es waren die Ritter der Finsternis und ihr wildes Hundegefolge das Naya - sensitiv wie sie ist und so ursprünglich wie sie sich oft gibt, selbstverständlich gespürt und wahrgenommen hat. Hihihi

 

Ja, ja…die Raunächte – sie zeigen sich besonders, egal ob bei Mensch oder Tier. hahaha

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