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Vorzeichen

Es fühlt sich irgendwie komisch an, wenn die Bilder der andern zu den meinen werden. Auf der andern Seite auch schön. Denn, im Moment füttern sie mich mit Neuigkeiten und Trost. 

Ich liege immer noch mehrheitlich im Bett, den rechten Arm auf einem kleinen Turm von Kissen hochgelagert. Irgendwie erinnert es an die Prinzessin auf der Erbse.

Schlucke brav das nötige an Medikamenten, trinke, esse, schlafe und ansonsten heisst es Geduld, Geduld, Geduld und wenn Ausbrechen, dann nur in Gedanken oder mit dem Buch in meiner Linken. 

Apropos Foto - dieses hat mir mein Schatz vom Hundespaziergang geschickt. Weil er weiss, wie sehr ich Herbstbilder liebe. Und dieser hat sich in den letzten Tagen mit Riesen Schritten übers Land gemacht. Heute Morgen hatte es knackige 1 Grad. Als Schatz vor seiner Arbeit noch mit dem Hund ging, lachte er bei seiner Rückkehr, streckte mir die eiskalte Wange hin und sagte: "Fühl mal" Ich brauchte nicht zu fühlen, die Röte seines Gesichts sprach genug.

Ausserdem wusste ich, dass es so kommen würde, da ich vom Bett aus einen guten Blick auf unseren Baum habe. Wie wunderschön sich seine Blätter in den letzten Tagen von Grün zu Goldgelb gewandelt haben.

So sah ich auch, vor einigen Tagen, dass Familie Eichelhäher im stetigen Anflug zum Futterhaus ist. Auch der Pfeilschnelle Kleiber flitzte am Fenster vorbei. Hin und wieder sitzen Meisen auf einem Ast und gucken zu mir ins Schlafzimmer. Es scheint als wollten sie mich unterhalten.

 

All das war das Untrügliche Zeichen für die kommende Kälte. Es fiel mir auf wie ich mich auf solche Vorzeichen der Natur verlassen kann. Es gibt für viele Dinge untrügliche Anzeichen. Und auch wenn ungewollt - so ist es doch ein Geschenk, dass ich in meiner derzeitigen Lage, solche Dinge wahrnehmen kann. 

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