· 

Überlegung

Wie du vielleicht schon weisst, schneide ich immer wieder Bilder aus Zeitschriften, um sie für eine Collage zu benutzen. Meist werden daraus Geburtstagskarten. Auch in diesem Falle, deswegen kann ich sie noch nicht herzeigen, da die zu Beschenkende erst in ein paar Tagen ihren grossen Tag feiert. 

Trotzdem möchte ich dir im Zusammenhang dessen etwas erzählen.

Ich zupfte also vor langer Zeit eine Malerei eines Elefanten aus einem Heft. Er ist so realistisch geschaffen worden, dass man denken könnte es sei eine Fotoarbeit, die zusätzlich eine Bildbearbeitung durchlaufen hat.

Nun, suchte ich in einem Stapel solcher Sammelschätzchen genau nach diesem Tier. Gefunden - ich war glücklich, denn genau dieser passt haargenau zu.... Name sag ich nicht...Du weisst warum.

 

Seinen Konturen nachgeschnitten fiel mein Blick auf die zu Boden fallende Überschrift. "Der angekettete Elefant". Komisch - auf dem Bild waren keine Ketten zu sehen. Oder besser gesagt zum Glück, denn dann hätte ich mir etwas mehr als eine Zugabe an Glitzi überlegen müssen. Ich kann doch kein Tier in Ketten verschenken. No go!

 

Dieser Titel machte mich neugierig und so las ich was da geschrieben.

Es erzählt ein Psychologe, dass er als Junge sich gerne beim Zirkus aufhielt. Dort entdeckte er eines Tages den Elefanten, den er kurz zuvor in der Manege gesehen hatte. Der Psychologe schreibt: "Während des Zirkusvorstellung stellte das riesige Tier sein ungeheures Gewicht, seine eindrucksvolle Grösse und seine Kraft zur Schau. 

Nach der Vorstellung aber und auch in der Zeit bis kurz vor seinem Auftritt blieb der Elefant immer am Fuss an einen Pflock angekettet. 

Der Pflock war allerdings nichts weiter als ein winziges Stück Holz, das kaum ein paar Zentimeter tief in der Erde steckte. Und obwohl die Kette mächtig und schwer war, stand für mich ausser Zweifel, dass ein Tier, das die Kraft hatte, einen Baum mitsamt der Wurzel auszureissen, sich mit Leichtigkeit von einem solchen Pflock befreien und fliehen konnte. Was hält den Elefanten zurück? Warum macht er sich nicht auf und davon?"

Mit der Erzählung und dieser Frage zog mich der Autor rasch in seinen Bann.

Weiter konnte ich lesen, wie er alle möglichen Personen nach einer für ihn passende Antwort fragte.

Jemand sagte ihm: "Er macht sich nicht aus dem Staub, weil er dressiert ist." Doch für den Jungen war es nicht schlüssig "Warum muss er dann angebunden sein, wenn er dressiert ist?" Genau das, hätte auch meine Frage sein können. Deine wahrscheinlich auch - oder?

Er erhielt bis zum heutigen Tage keine schlüssige Antwort.

Doch traf er auf andere Menschen, die sich auch schon diese Frage gestellt hatten.

 

Ups! und nun - der weitere Text der Geschichte endete abrupt. Denn wenn man eine einzige Seite aus einem Heft reisst und den Rest entsorgt... na dann hat auch eine Geschichte über das eindrückliche Tier und sein Verhalten ein zackiges Ende.

Suchen nach den Restlichen Teilen der Zeitschrift zwecklos. Sie schlummern in einem riesigen Container auf dem Werkhof. Oh Gott! Grad kam mir die Schlagzeile in den Sinn, in der eine Frau in einem Altkleidercontainer feststeckte, weil sie sich für ein Kleidungsstück umentschieden hatte. Zum Glück wurde sie von der Feierwehr mit einem Stahlschneider befreit. Mmmhhhh! Das würde echt zu weit führen. Hahaha

Doch die Gedanken um den Elefantenfrage liess mich nicht grad los. Ist es nicht so, wie mit uns...manchmal könnten wir uns auch in bestimmten Lagen, Ereignissen und Lebensumständen losreissen, doch sind wir ein anderes Muster gewohnt. Selbst oder durchs Elternhaus dressiert?

Nämlich, zu bleiben - zu warten - auszuharren. Nicht zu verändern, weil man es immer so gemacht hat. Manche Menschen nennen das sogar *Stark sein* dabei wäre das Gegenteil Stärke, wenn man den unbedingt allem ein Attribut / Namen geben muss.

Meines Erachtens bestehen die Fesseln aus Gewohnheit, Angst oder Unwissenheit, was zu tun auch noch möglich wäre. Oder wohin danach, wenn man ausgebrochen, abgehauen von der Routine ist? Man ist sich nicht bewusst, was für Möglichkeiten, was für eine Kraft wir, jeder einzelne von uns, hat? Mal aus der Komfortzone, dem Sicherheitsgedanken heraustreten und merken, es geht auch anders. 

Ich nehme mir auf jeden Fall diese verschnippelte Geschichte als Sinnbild...auch wenn ich nicht weiss, wie sie bei besagtem Autor ausgegangen ist und ich sie nur in abgeschnittener Form kenne. Sozusagen – Freiheitsanleitung «FREE ELEFANT FOREVER» 

 

 

Der Psychologe Jorge Bukay – Seite aus dem Heft HAPPY WAY Jahrgang???

Kommentar schreiben

Kommentare: 0