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Unterwegs

Vielleicht kennst Du das auch?

Wenn wir unterwegs sind, führen wir Gespräche und hören Radio. Vor allem unseren Lieblingssender mit alten Songs von den 60iger - 80iger Jahren. 

Ich kenne praktisch alle, manche sogar mit Text. Was mich natürlich dazu Motivierte mitzusingen. Man glaubt es nicht, dass diesbezüglich ein altes Auto wirkliche Vorzüge bot. Fuhren wir auf der Autobahn, war es so laut, dass nur mehr ich meinen Gesang mitbekam. 

Doch eines Tages war dieses Auswärtshighlight aus und vorbei.

Leider – damals…

mit dem Kauf eines neuen Autos, das wohl Occasion, also aus Zweiter Hand, doch neuer als das Vormodell auf unserem Parkplatz stand. Das Bedeutete...Waren wir unterwegs, so war der Geräuschpegel nur mehr so hoch, dass mein inbrünstiges Mitsingen für meine Mitfahrenden in voller Aktion mitzuhören war. Also mich hätte es nicht gestört und Hunde auch nicht, doch Schatz klagte das man bei dem Katzenjammer Ohrenschmerzen bekommen würde.

Ich war entrüstet, denn in meinen Ohren klang es immer (beinahe) wie das Original. Er lachte bei dieser Aussage und verneinte kopfschüttelnd, sogar mit Grimasse. 

Also liess ich es bleiben - den wundervollen Gesang einer Celine Dion gleich.

Doch nicht ohne Überprüfung seiner Aussage. Eines Abends, er war nicht zu Hause, nahm ich mein Diktiergerät, dass ich manchmal für die Büroarbeit oder Ideenfesthalter benutzte und sang "Ich liebe das Leben" von Vicky Leandros...weil ich mich mit diesem Song echt Textsicher fühlte.

Nach der Aufnahme kam die Stunde der Wahrheit in voller Breitseite aus dem winzigen Gerät. "Ok" brummelte ich vor mich hin "Wird wohl am Gerät liegen, ist ja auch eher für Text und nicht Gesang gedacht."

Doch auch weitere Versuche mittels Handyaufnahme wurden nicht besser.

Was hatte diese Erkenntnis zur Folge...?

Ich war erst mal stumm, überbrückte die Fahrtzeiten mit dem was alle tun - aus dem Fenster schauen, mit dem Partner sprechen und in Gedanken mitsingen.

Echtes singen, tat ich bei der Hausarbeit, unter der Dusche... einfach dort, wo mich niemand hören konnte. 

Kein Mitgefühl bitte, denn schliesslich gebe ich nicht so schnell klein bei.

Ich habe dir noch nicht von meiner 2. grossen Leidenschaft erzählt...

Das Pfeifen - 

Liegt wohl in der Familie, da Mama mir einst erzählt hat, dass sie für ihr Leben gern schon als Schulmädchen im Flur des Schulhauses, auf Grund des Halls Lieder gepfiffen hat. 

"Da sagte die Lehrerin zu mir, die zugleich eine Nonne war, dass ich mit meinem Pfeifen den Teufel heraufbeschwören würde und hat es mir verboten." Genau diese Geschichte bekam ich von ihr zu hören. "Dann habe ich auf dem Schulweg die Lieder gepfiffen in der Hoffnung dort wäre der Liebe Gott näher als im verteufelten Schulhaus." 

 

Ich schwenkte also von Singen zu Pfeifen. Nicht immer aber immer wieder. Erst eine längere Phase in leise und als Schatz sich dazu nicht äusserte wurde ich immer trainierter und lauter. Auch hier glaubte ich eine Virtuosin zu sein. So hörte es sich zumindest für mich an. 

Bis zu Tag X –

wieder unterwegs...unterdessen waren Jahre vergangen und wir hatten ein ganz neues, leises Automodell..."Ich bitte dich, dass in Zukunft zu unterlassen." Es traf mich wie ein Schlag "Was?" Ich wusste echt nicht was er meinte. Schliesslich hatte ich nichts getan was aussergewöhnlich war. 

"Man kann dir echt nicht zuhören. Man erkennt keinen einzigen Song, den du da von dir gibst." Also nach dieser Aussage verzichtete ich auf einen Aufnahmetest mittels Handy. Ich wollte mir die Herabstufung von der Meisterin zur Nichterkennbaren Songpfeiferin keinesfalls hörbar antun. Ich glaubte ihm. Doch was für eine Katastrophe. Also, ich hätte viel früher als er auf so viel Talentlosigkeit reagiert ... Ich liess den Kopf nicht hängen - Schliesslich kann man nicht in allen Dingen eine Meisterin sein. (Lach)

Doch kreativ und einfallsreich, wie ich bin fand ich nun eine Lösung - bin ich auf Summen umgestiegen. Ganz leise - dabei werde ich auch bleiben. (Lach) Grosses Indianerehren Wort, denn ich weiss nicht, ob man auch falsch summen kann. Ich will mich jedoch nicht auf ein Experiment einlassen und damit alles versauen.

Und - WIRKLICH, das unterschreibe ich hiermit - Ich will in Zukunft kein neues Automodell mehr! Wobei dieses noch viele Jahre halten wird, so hoffe ich zumindest, Oder Schatz muss etwas weniger genau hinhören. Oder ich altershalber die Melodien vergessen... hahaha

 

mmmmhhhhhh - mmmmmhhhh - mmmmmhhhhh 

 

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