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Bergwärts

Es gibt Menschen, die mögen keine Berglandschaften. Ich gehöre definitiv nicht dazu. 

Sie sagen, es sei zu steinig, zu öd und zu trostlos...

Ok - ich kann behaupten ich gehöre nicht gerade zu den Berggämsen was meine Klettertauglichkeit betrifft. Ich mag auch nicht das Stundenlange nach oben gehen, so dass meine Lungenflügel in den Rassel Modus gelangen. Zudem leide ich leider an einer Höhenangst. Das alles spricht nicht für eine passionierte Berg Gängerin. Doch trotzdem möchte ich jeden der die Berge nicht mag bei der Hand nehmen und ihm das Zeigen was ich auf für mich, auf akzeptablen Stecken entdecke.

Die Möglichkeit wunderschöne Pfade in den Bergen zu finden, auf denen man sich Gefahrenfrei und ohne gänzlich aus der Puste zu kommen bewegen kann, gibt es tatsächlich.

Sollte es mir doch mal zu steil werden, so fällt mir kein Zacken aus der Krone einfach zu stoppen und umzukehren.

Doch gibt es noch eine andere, noch einfachere Variante um die grossen Riesen kennenzulernen.

Man fährt in die Berge, stellt das Gefährt irgendwo hin (wo es erlaubt ist) und verbringt eine Stunde oder mehr, vielleicht sogar einen Tag in einem kleinen Radius. Alleine - nicht dort wo alle Touristen rumwuseln.

Ich kann dir versprechen, es ist so erholsam. Neudeutsch würde man es wohl entschleunigend nennen. Und wenn du genauso einen Ort gefunden hast und ihn genauer inspizierst, so entdeckst du, dass die Öde Landschaft, jene mit viel Stein wahre Schätze birgt. Es wachsen Kräuter die gut duften, mit kleinen Blüten, man findet Steine, die glitzern oder gar Versteinerungen aus der Steinzeit, findet Hauswurz Röschen auf dem Felsen ohne Erde wie klebend, man hört Vögel die nur hier zu Hause sind...

Wildbäche die von Klang, frische und dem was sie Meter um Meter Talabwärtstransportieren interessant und wohltuend sind.

Kuhgebimmel von der Alp gegenüber, Murmeltier Warnpfiffe und sollte es Tannen in der Nähe haben...und es ist zufällig Herbst, so kann man schon den einen oder andern Pilz betrachten, dran riechen oder Heidelbeeren finden und sich in den Mund stecken.

 

Die frische Luft lässt die Lungenflügel entfalten und macht die Bäckchen rot. Die Sonne kitzelt nicht nur die Nasenspitze, sondern auch die Glückshormone werden entfacht.

Hast du zum Verzehr einen Apfel, etwas Käse oder Wurst und ein Stückchen Brot dabei, so garantiere ich dir, Mensch, der da sagte, es sei alles zu Öde und zu langweilig, als wärst du Heidi oder Geissen Peter. Und genau dieses Gefühl ist nicht das schlechteste, denn es erzählt von Freiheit. Ausserdem macht das beschriebene Mitgebrachte keinen Abfall.

Ich kann dir versichern, es gab noch nie einen Bergausflug wie eben beschrieben, der mich nicht abends ganz erfüllt und glücklich unter die Bettdecke huschen liess.

 

Ich würde echt gerne mit diesen Worten jeden bei der Hand nehmen um das mal so richtig wirken lassen zu können. Denn so wie man den Blick über das Meer lieben kann, kann man auch die Sicht von den Bergen, in den Bergen und das Drumherum geniessen.

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