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Eine kühle Hundenase traf auf einen bemalten Glückstein. "Gefunden!" Schien Naya mit ihrem Blick zu sagen. "Schaut doch" Tatsächlich lag unter einer Bank die mittig unter zwei Bäumen steht und dahinter ein grosses Kreuz mit einem Heiland ragt, etwas Ovales.

Ich weiss noch genau als wäre es eben geschehen, dass sich Schatz bückte und mir etwas in die Hand drückte. Nicht genug zeigte Naya noch einen Zweiten an. Dieser war mit einem Schmetterling versehen. Auch ein Stein von Hand bemalt in bunten Farben.

Glück, das hatten wir...nicht zuletzt mit dieser Hündin, die an diesem besagten Tag 2 Monate bei uns war. Heute sind es auf den Tag genau 365 Tage. Ich erinnere mich wie wir sie in der Wohnung der Erstfamilie an die Leine legten, sie mit uns die Treppe runter zum Auto ging, als wäre es das normalste auf der Welt. Ich und wahrscheinlich auch Schatz hatten uns auf Trennungsschmerz, Ängste und Trauer eingestellt. Doch Naya (wie wir sie bald nannten) hüpfte damals ins Auto, legte sich hin und schlief bis zur ersten Raststätte, ohne auch nur einen Laut zu geben.

Das kam uns sehr bekannt vor. Denn bei Mai-Lin war es damals genau dasselbe gewesen. Sie sprang unaufgefordert in unser Auto und liess sich nicht mehr bewegen. Die 11 Monate junge Hündin sagte: "Hier bleib ich und fahr mit euch" Wir lachten damals "Okey - wir haben verstanden - uns bleibt nichts weiter übrig als dich mitzunehmen."

 

Bei Naya warteten wir noch auf die kommende Nacht, bevor wir uns der Sache so richtig sicher waren. Schliesslich handelte es sich bei ihr um eine 4-Jährige. Es hätte sein können das ein dickes Paket an Verlustgefühlen noch vor uns lag. Doch wir drei schliefen wie die Götter und am Morgen begrüsste uns Naya, als hätte sie schon immer bei uns gewohnt.

Liebe Freunde, solltest du nun denken, dass sei Rassetypisch veranlagt – Irrtum, der Briard ist bekannt für seine Reserviertheit Fremden gegenüber.

Freunde sagten schon Bald bei ihren Besuchen, dass Naya sich benehmen würde als sei sie schon immer bei uns gewesen. Auch uns fiel das auf und es machte die Sache in Punkto Zusammenleben so viel einfacher.

Sie ist ein Goldstück, dass sich in einem Jahr von einer Raupe zu einem Schmetterling gewandelt hat. Wenn ich mal als Metapher das Bild des Steines in Anspruch nehmen darf.

Naya hat sich gewandelt... zum Positiven...ohne damit sagen zu wollen, dass sie vorher schlecht war oder unmöglich war. Nein!

Doch gab es einige Dinge, die ich ihr zeigen und beibringen wollte.

Wie zum Beispiel ihre Sanftheit hervorkitzeln, die sie oft unter einer ruppigen Schale versteckte. Ihre Unsicherheiten mit mehr Sicherheit ersetzen, in dem sie Dinge nicht entscheiden muss. Sie in Dingen (Spielen, Arbeiten und Spass) stärken und auslasten, die ihr Freude machen und sie fordern.

Ich wollte sie lernen das Ruhe etwas Wohltuendes ist und nicht mit Warten auf etwas Spannendes oder Kontrolle ausgefüllt werden muss. Sondern Ruhe wirklich zum Akkuladen dienen soll. 

Heute ist sie sanfter, ruhiger, viel entspannter - Sie ist mein Schatten, ohne mich zu belästigen oder zu kontrollieren, Sie mag Schatz genauso. Sie hört und tut was ich ihr sage. Kann sie in einem Raum lassen, in dem ein gedeckter Tisch steht, ohne dass sie sich selbst bedient. Sie kann Spaziergänge mit Schnuffeln geniessen, ohne ein Spielzeug zu vermissen. Und wir haben sogar ein Codegeräusch eintrainiert das sie an Katzen und anderem (laut Naya - Unnützem) vorbeigehen lassen kann, ohne heftig darauf zu reagieren. 

Ach, es gäbe noch so viel zu erzählen. Doch ich kann nur sagen, Glück ist, wenn man auf eine Vierbeinerin trifft, die für einem bestimmt scheint. Man als Doppelpünktchen auf dem ü, sich sogar ohne Worte versteht. 

 

Das ist uns passiert --- Naya - Schatz und mir...

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