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Zauber

Manchmal wünsche ich mir das Geschehen durch bunte Märchenkugeln sehen zu können. 

Einmal mit dem Finger schnippen oder den Zauberstab schwingend einiges, wenn nicht sogar vieles verändern zu können.

Einen Kübel voller Rosarot in den ich einen grossen Pinsel eintauchen kann, um dann das eine oder andere damit dick zu bemalen. Oder einem Riesengebläse über all das Ungute einen heilenden Glitzer zu hinterlassen. Das Weltgeschehen, Dinge im Umfeld oder Privates, Manchmal drückt es ganz schön.

Doch es bleibt wie es ist und jeder kennt es, man muss seinen Weg finden mit einigen Dingen, die nicht passen einen anderen Zugang zu finden. Einen Weg, der nicht in einen dunklen Tunnel führt, in den man schreiend hineinrennen möchte. Sich dann irgendwo ungesehen hinkauert und abwartend hofft, dass irgendwo ein Lichtlein aufflackert, dass eine Hand gereicht wird, die einem wieder hinausführt. Am besten auf die anderen Seite, wo eine gute Welt auf einem wartet.  

 

Gestern war so ein Tag. Ich fragte mich schon Bald: "Warum bin ich heute überhaupt aufgestanden." Mein Glück - dass dies sehr selten vorkommt. Alle paar Jahre mal! Ich kann mich also nicht beklagen. Trotzdem ist es kein angenehmer Zustand und niemandem zu wünschen.

Doch wenn es dann so ist, klingelt es spätestens da den Zeitpunkt ein, wo ich Abstand brauche um mich neu zu sortieren.

Einen langen Spaziergang ohne Hund, nur ich und die Natur. Das ist mein Medikament. Zwischendurch irgendwo sitzend, den Bienen und Schmetterlingen zuguckend. Meinen Blick in die Ferne schweifen lassen und den Stimmen der Vögel zuhörend. Wildblüten findend oder besondere Steine, das gehört alles zu meinem Seelenheil. Grosse Bäume betrachten, meinen Blick nach Oben in die Wipfel schweifen lassen. «Wie viel der schon überstanden hat und er steht immer noch»

 

Natürlich kreisen die Gedanken, doch mit jedem Meter entwirrt sich das Knäuel aus Frust, Wut, Trauer oder was sich sonst noch so eingesponnen hat. Mit jedem tiefen Durchatmen und sich auf mich konzentrieren, erscheinen langsam Lösungen, andere Denkweisen oder Verständnis für das eine oder andere Handeln.

Es rattert nicht im Karton, sondern im Kopf und zunehmender Schrittzahl ist plötzlich alles nicht mehr so schlimm. Der Knäuel entwirrt sich spätestens dann, wenn ich Klarer denken kann und ich mich besinne, was wichtig ist. Ich entscheide für mich wie es laufen soll. Das was nicht guttut, seinen Weg gehen darf. SEINEN WEG - der meinen nicht behindern oder durchkreuzen soll.

  • LOSLASSEN --- WAS NICHT GUT TUT!
  • LOSLASSEN --- WAS ICH NICHT VERÄNDERN KANN 
  • LOSLASSEN --- UM NEUEM EINEN PLATZ ZU GEBEN

 

Mein Weg nach Hause, war plötzlich wieder leichter, zumindest die Gedanken… (hahaha Meine Beine waren müde). Ich spürte mehr Frieden in mir als hätte ein kleiner Zauberstab seine Arbeit getan. Und ich bin überzeugt, aus meinem kleinen Zauberstab wird unter Einhaltung der 3 Punkte ein grosser.

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