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Katzen

Als wir vor 20 Jahren hierherzogen, gab es im Quartier einige Katzen, deren Namen man relativ schnell kannte. Ich wusste auch ganz rasch zu welchem Haus sie gehörten und wie die Besitzer hiessen.

Unterdessen wird das einstige weite Land hinter dem Haus immer mehr bebaut. Es entstanden Einfamilienhäuser und Wohnblöcke...Weitere sind geplant, andere schon ausgesteckt. Wir wissen aus der Erfahrung, dass pro Einfamilienhaus mindesten eine Katze oder ein Hund hinzukommen wird.  

Wenn ich mit meinem Hund gehe, sitzen oder streunen die Katzen im oder übers Feld. Diese Grünfläche wird immer kleiner, stattdessen entstehen eingezäunte Grundstücke und genau das bringt hin und wieder für Getier und Mensch so ihre Konflikte.

Ganz früh am Morgen sind es Reh und Fuchs, die sich die freien Wiesen teilen. Doch umso näher an die Häuser, umso eher wird es Tagsüber von Miezen, Milan, Sperber und Graureiher genutzt.

Nachts ist der Siebenschläfer, Mäuse, Marder, Dachs, Fuchs, weiter Oben gegen den Waldrand sogar die Wildschweine unterwegs. Und dabei spreche ich hier nur von den Tieren, die ich schon gesehen habe, bestimmt gibt es noch einige weitere.

Was für ein Duftparadies für jeden Schnüffelhund. Manchmal kann es jedoch für Bello ein Unsicherheitsfaktor sein. Oder eine Aufforderung zur Jagd.

Nein! Ich will nicht klagen, wir wohnen auf dem Land mit all seinen Vor- und Nachteilen. Das war uns immer klar.

Ganz oft ist durch die Präsenz auf dem Feld Leinengehen angesagt. Denn kein Jäger oder Katzenbesitzer hätte seine Freude, wenn Tiere gehetzt würden. Unter anderem auch kein Hundebesitzer, wenn er mit seinem Vierbeiner wegen einer von Mieze zerkratzen Schnauze zum Tierarzt muss. Ganz schlimm, wenn es sogar die Augen treffen sollte.

 

Unterdessen gibt es so viele Katzen deren Namen ich nicht kenne. Ich weiss oft auch gar nicht mehr wohin sie gehören. Manchmal zählt ein Haushalt bis zu 4 Katzen, da kann man mal mit der Zuordnung schon ganz schön durcheinanderkommen. Doch am eindrücklichsten bleiben jene die tagtäglich und äusserst hartnäckig unseren Garten besuchen, oder konkreter ausgedrückt unsere Vogelfutterstelle. Das auf einem Pfosten thronende grosse Vogelhaus. 1-mal im Jahr schafft es bestimmt eine Katze sich oben in die Futterraufe zu quetschen und mit ihrem Blick sagend: "Na - kommt schon ihr kleinen Scheisserchen!" wie bei einem Drive In auf fliegendes Essen zu warten.

Ich lasse niemals unseren Hund einen Stubentiger in unserem Garten verjagen, auch wenn er das gerne tun würde. Doch ich möchte nicht, dass er das was er von Haus aus schon kann, perfektioniert, wo möglich das nächste Mal Draussen mit mir am anderen Ende der Leine weiterführt.

Hier bin ich die Oberaufseherin und verscheuche mehr oder weniger erfolgreich die Eindringlinge mit Klatschen, Lärmen oder Wasserstrahl. Auch bin ich richtig gut geworden im Weit Wurf einer Plastikgiesskanne. Nicht auf das Tier versteht sich, in die Nähe reicht um ein paar Wochen, je nach Charaktere auch nur Tage, Ruhe zu haben. 

Trotz all dem liebe ich Katzen und unser Wahlzuhause sowieso.

 

Wenn ich durch unser Dorf zum Einkaufen gehe, (ohne Hund) wird auch mal hier und da gestreichelt oder ein leises Zwiegespräch gehalten...Das Schnurrmotörchen angeworfen. Man würde sich ja richtig gut verstehen... Mriau - wenn da nicht…na – du weisst schon…(lachend)

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