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Rauch

Mit 12 Jahren zog ich das erste Mal hinter dem Elektrohäuschen bei der Schule an einer Zigarette. Sofort setzte sich Schwindel ein und ein Gefühl von Übelkeit kam hoch. 

Von schmecken war keine Rede, doch man wollte dazu gehören.

In den folgenden Jahren machte sich der Ausdruck *Lungenbisquit* in unserem Sprachgebrauch breit. Und ich gehörte nicht mehr dazu als vorher.

Komisch war, dass Papa sofort roch, dass ich von da an regelmässig rauchte. Es wurde mir verboten, natürlich erfolglos. Vielleicht – weil er selber 2 Päckchen pro Tag weg quarzte. Mit mir war ein neuer Suchti geboren. 

Viele Jahre später, hörte ich in 3 Anläufen damit auf. Es ging für mich nicht einher, Sport zu betreiben und zu rauchen. Der Sport ging, das Rauchen blieb weg...obwohl ich nach soooo vielen Jahren nach einem guten Essen hin und wieder immer noch Lust auf einen Glimmstängel hätte. kicher.

Das Wort *Lungenbisquit* kam mir wieder in den Sinn, als ich folgenden Artikel las. (du weisst schon in den Illustrierten von 1946)

 

Zigaretten sind -  Lebensmittel 

Ebenso wie die Armeeverwaltung im Krieg die kämpfende Truppe dauernd mit Zigaretten zu versorgen bemüht waren, schickt nun auch das Rote Kreuz seinen Schützlingen nicht nur Kindermilch und Vitamine, Fett zum Kochen für die Frauen und alle möglichen Medikamente und Vorbeugungsmittel für kranke Tage, sondern zu alledem auch noch Zigaretten für die Männer.

Wenigstens war das Amerikanische Rote Kreuz so vernünftig, als es jüngst für die holländischen Arbeiter Gabenpakete zusammenstellte, Zigaretten beizulegen, und der brave Deicharbeiter, der jetzt seine *Lucky* raucht, wird dem Himmel für so viel Verständnis in den USA danken. 

 

 

Meine Güte - was hätten die MÄNNER zu der heutigen Raucherpolitik gesagt. Innen wäre die Zigarette wohl aus dem ungläubigen Gesicht gefallen, hätte man ihnen damals von der Zukunft erzählt. lach! Apropos! Männer! Der Schreiberling der Illustrierten kannte meine Oma nicht, welche, solange ich sie erlebte, Parisienne ohne Filter rauchte als gäbe es ohne sie kein Überleben. Lach! 

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