· 

Grashüpfer

"Ist dir aufgefallen, es gibt in diesem Jahr fast keine Heuschrecken... Grashüpfer...zu sehen?" sagte ich zu meiner Freundin.

Doch wen wundert es? So kühl und nass, wie es lange Zeit gewesen ist. Sie mögen, so glaube ich, ohne es irgendwo nachgelesen zu haben, dass sie richtige Sonnenanbeter sind.

Sie brauchen die Wärme, als wären es Solar angetriebene Wesen. Als wäre sie nötig um die Sprungkraft in den dünnen Beinen zustande zu bringen. So meine Theorie. Lach!

 

Seit wir hier wohnen und das sind nun über 20 Jahre, gab es sie in jedem Sommer rund um unser Haus in allen Grössen und Vielzahl. Nur in diesem Jahr nicht.

Doch, anscheinend gibt es auch hier keine Regel ohne Ausnahme...

als ich den kleinsten Hüpfer aller Zeiten im Garten auf einer verschrumpelten Rose entdeckte, schmolz förmlich mein Herz dahin.

Wie sollte ich ihn Taufen? Du weisst, wenn du ein fleissiger Leser oder Leserin bist, dass meine Mitbewohner im Garten oft einen Namen erhalten...

Jockel - Flippi oder Hüpfi --- egal, er war zu süss. so winzig...

Und als ich dann das Foto genauer betrachtete, fand ich nicht nur den Hüpferling toll, sondern auch die Struktur, das Muster und die Farben der verwelkten Rose. Das hat er doch gut gemacht, sich so tarnen zu wollen.

In den folgenden Wochen begegneten der Kleine und ich uns oft, liefen uns per Zufall über den Weg. Ich nehme mal an, dass es immer derselbe war...Er zauberte mir immer noch voller Begeisterung ein Lächeln ins Gesicht. Ich war erstaunt, dass er immer gleich klein blieb.

Dann begann das Wetter wärmer zu werden, die Regentage zogen von dannen und irgendwie Hüpfi auch...

 

Er ist seither verschwunden. Wo hin? Vielleicht ist er ein Wolkenwanderer und ging mit ihnen von dannen. Erweicht mit seinen dünnen Beinchen, in einem anderen Garten das Herz einer Beobachterin und geniesst das Leben dort. Es sei ihnen gegönnt. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0