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Irrtum

Anscheinend gibt es auch bei Hummel klügere und etwas...na, wie sag ichs denn ... nicht so kluge. ;) Da beobachtete ich vor ein paar Tagen wie eine Hummel sich den Nektar in einem Stiefmütterchen holen wollte. Nur, sie fand den Eingang zur Mitte der Blüte einfach nicht. Wuselte wie wild alle Blütenblätter bei Seite, als wären es aufeinander liegende Unterröcke, die geordnet werden wollen. Sie steckte ihren schwarzen Kopf dorthin, wo sie nie zum Erfolg kommen würde. Okey - Abflug! Das Brummen hörte sich an als sei sie etwas genervt. Ich fand das eher belustigend.

Kurze Zeit später vernahm ich erneut ein Brummen. Es war so wie es schien dieselbe Hummel. Doch diesmal - Gott sei Dank - steckte sie ihren Kopf mitten ins Herz der Blume. Hob dabei ihren Po hoch, der Ähnlichkeiten mit einer behaarten Pampers hatte und tat sich genüsslich ans Laben.

Brumm - brumm - brumm flog sie wieder davon, machte eine Kurve und umrundete Nayas Kopf. Nun war ich mir 100% sicher, dass sie, dieser Brummer nicht gerade mit Köpfchen gesegnet ist. Naya macht hörbar *Schnapp* & *Schnapp* und wollte das für sie lästige Insekt unbedingt packen. 

Naya erinnert mich an die Fische an einem heissen Tag am See. Dann wenn sie mit weit aufgesperrtem Maul aus dem Wasser hechten, um nach den Mücken zu schnappen. Nichts das kriecht oder fliegt und in die Gattung Insekte einzuordnen ist, ist vor Naya sicher.

Sie war grad mal am 2. Tag bei uns eingezogen, da entfernte ihr Schatz aus dem Rachen eine Wespe und aus ihrer dicken schwarzen Zapfennase einen Stachel. Ne – sie lernte nichts daraus…obwohl sie sonst sehr lernwillig scheint.

Es ist irgendwie verrückt. Ich pflanze Bienen- & Schmetterlingsfreundliche Blumen und Sträucher, währenddessen Naya nach ihnen auf der Jagd ist. Was für ein Team – hahaha

Ich weiss noch ganz genau, als ich eines Tages mit ihr aus der Tür ins Freie trat und sie beim 1. Blumentopf nach dem Eingang die unzähligen Bienen an den Blumen wie Leckerchen mampfen wollte. Schnapp - Schnapp! Wie eben ein Fisch (Piranha vielleicht - Lach) mir rutschte grad mal kurz das Herz in die Hose. Und äusserte ein beherztes NEIN!

 

Doch wie bei der Hummel, die nach dem 2. oder 3. Anlauf endlich zum Honigtöpfchen in der Blüte kam, so kann auch Hund lernen, dass man bestimmt Dinge nicht tun soll. Auch wenn ich es eher als ein Experiment angeschaut habe, weil der Glauben an das tatsächliche Verändern einer Manie (ich gebe es zu) echt etwas fehlte. (ja ich schäme mich – hahaha)

Doch heute Morgen ich war gerade im Gartenbeet mit einer Horde Beikräutern in der Diskussion, (sie sind wie ungebetene Hausbesetzer) kam Naya und legte sich bei mir in der Nähe ins Gras. Ich hörte Brumm - Brumm schaute automatisch zur Hündin, welche ganz entspannt der Hummel nachschaute, jedoch keine Anstalten machte diese packen zu wollen.

Noch vor einer Woche lag sie genau an derselben Stelle, ein Blick von mir sah, dass sie eine dunkelgrüne Wanze krabbelnd an einem Stein beobachtete. Wieder benutzte ich gesetztes NEIN! Drehte mich kurz weg und als ich mich weder zu Naya zurückwendete, lag sie mit einem Unschuldsgesicht und Schaum vor dem Mund an der gleichen Stelle. Die Wanze war weg. Wahrscheinlich wie Pinocchio im Rachen des Wals verschwunden. Ein kurzes Husten von Naya brachte jedoch die Pinocchio Wanze nicht mehr zum Vorschein. Diese musste anscheinend einen anderen, dunklen Weg genommen haben. Adieu – meine Liebe…

Natürlich wurde die Hündin nach der Schnappfreien Aktion heftig gelobt und ein wirkliches Leckerchen wurde als Ersatz gegeben. 

 

Es lernte mich erneut, manchmal braucht es halt den 300ersten oder 9 Monate Anlauf um etwas zu bewirken. Und der Anfang einer Veränderung kann mit einer einzigen Hummel beginnen. 

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