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Tag des...

Für was es nicht alles einen Tag des... gibt. Unglaublich - Schau im Internet unter *kuriose Feiertage*, ein ungläubiges Kopfschütteln ist beim Durchsehen garantiert.  

Doch abgesehen von den speziellen der speziellen Tage, welche etwas Unglaublichen gewidmet sind, gibt es auch ganz gewöhnliches --- zum Beispiel *der Tag des Buches*. 

Letzte Woche war es für die Bücher und Leser wieder so weit. Interessant, denn just an diesem Tag beendete ich ein Buch, dass ich schon lange von meiner Freundin geschenkt bekommen hatte.

Kurzgeschichten - Das ist immer gut! Und dann erst noch von Elke... Ich liebe Elke! Na, die Heidenreich natürlich. Interessant daran, dass meine Freundin keine Ahnung hatte, dass ich gerne das Geschriebene dieser Autorin zu Gemüte führe. "Männer in Kamelhaarmänteln" hiess dieses und handelte über Kleider und Leute. So wird es auch auf dem Cover angepriesen. Unglaublich in diesem Fall, dass 3 Sätze ausreichen, um mich auf eine Lesereise mitzunehmen. 

"Sie hatte sich immer gewünscht, mit einem Musiker zusammenzuleben. Nach vielen schwierigen und gescheiterten Beziehungen kam ein Musiker.

Jetzt trägt sie T-Shirts mit dem Aufdruck von Jenny Holzer:

*PROTECT ME FROM WHAT I WANT*

Und schon war ich angefixt. Jede Kurzgeschichte gefiel mir. Einige habe ich behalten, andere wieder vergessen, doch oft geschmunzelt. Weil alles mit einem leichten Humor einherging. 

Und dann kam der Tag - eben der Tag des Buches - als ich damit fertig war.

Rasch griff ich zu einem Neuen auf meinem Schönwetterstapel, wie ich ihn nenne. Das sind die gekauften Bücher, welche über die ganze Gartensaison hinweg nach Feierabend oder sonntags gelesen werden. Im TV wurde er, der Schreiberling des Buches in meiner Hand angepriesen, als wäre er etwas ohne das man nicht leben könnte. Sogar bei der Besprechung in einem seriösen Buchclub, wurde dieses Werk lobgehudelt. 

Doch kennst du das... du ziehst die ersten Zeilen herantastend rein, liest etwas skeptisch die weiteren 3 Seiten und nach Seite...

Ach - Als der Nachbar über den Zaun rief: "Und hast du einen spannenden Krimi" (ich lese nie Krimis - lach) legte ich das Buch beiseite und rief zurück: "Nö - etwas bei dem ich auf Seite 15 immer noch die Hoffnung hatte es würde besser, doch es wird immer schlimmer." 

Er lachte - ich doppelte nach "Schlimm, schlimmer, am schlimmsten --- wäre wohl mit einem Krimi besser gefahren." Er lachte erneut. 

Er kam näher: "was ist es denn...?" Ich musste etwas Distanz halten, nicht nur wegen der Pandemie Regeln, nein, unser neuer Rasen sollte wachsen und das tut er nicht, wenn ich mit meinem 39 alles platt mache. So rief ich erneut: "Ein Comedian der aus seinem Leben als Lehrerkind erzählt. Ich dachte es werde lustig, wie versprochen...doch alles was da reingepackt wurde ist...Ach, ich finde gar keine Worte. Alles andere als lustig." Eher deprimierend... Endzeit einer Kindheit bis ins Erwachsenen Leben. Wir waren uns einig: «Das braucht man nicht»

 

Der Nachbar erzählte von seiner Leidenschaft über Flugzeuge und deren Fachbücher, die er gerne zu Gemüte führt und als kurze Zeit später von dannen zog, nahm ich das Buch des *ach so lustigen Comedian" und legte es im Flur auf das kleine Möbel. Nein - klar wird es dort nicht unterhaltsamer. Doch morgen geht es auf eine Reise. Das habe ich beschlossen. Hin zu dem kleinen Bücherschrank beim Dorfladen, dort wo man geben und nehmen kann. Vielleicht hat genau dieses Taschenbuch das Glück und es findet sich eine Hand, die es mit nach Hause trägt, eine Seele, welche es beim Lesen unterhaltsam findet und denselben Humor in der Brust trägt wie der Comedian. Es muss ja nicht gleich erzählen, dass es am Vorort nur, bis Seite 15 am Leben war. Ich hoffe nun mal auf das *Töpfchen findet Deckelchen* Prinzip und wünsche ihm den passenden Gegenpart. Gute Reise!

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