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Verrückt...

In meinem Bauernkalender stand gestern geschrieben, dass es nun die beste Zeit sei, um Erbsen in die Erde zu stecken. Doch ich glaube die kleinen verschrumpelten Dingerchen aus der Samentüte hätten keine Freude daran. Sich in der kalten Erde bei Lufttemperaturen von 0 und wenigen Plus Graden sich darin wieder zu finden. 

Ganz anders verhält es sich bei mir, seit die Tage länger und es dadurch morgens früher hell, zieht es mich in den Garten. Okay! ich weiss, je nach dem wem ich erzähle, was ich alles plane und welche Arbeiten nun anfallen, sehe ich in verständnislose Gesichter. Ich muss mir dann oft ein Lachen verkneifen, wenn ein leerer Blick meines Gegenübers durch meinen Garten streift und ich darin erkenne, dass ganz leise ein *die ist doch verrückt* oder zumindest *was die jetzt wieder hat* darin zu erkennen ist. 

"Es ist doch gut so wie er ist" bestätigt dann genau das was ich eben gesehen und beschrieben.

Nein! ich mache mich nicht lustig über Nichtgartenbesitzer. Jene die das Reissen nach Draussen nicht verspüren, in jeder Ecke der Kleinanlage Arbeit wittern und sehen, nachts von neuen Plänen träumen. Schlimmer noch - (nicht für mich) Bestehendes ummodeln wollen, um den Garten noch schöner und optimaler zu gestalten. Beim Partner sich mit einer erneut neuen Idee für ein *ganz besonderes Projekt* mit Argumenten ins Zeug legen, in der Hoffnung das er dabei hilft. Oder zumindest seinen Zuspruch ernten. (Wie viele ganz besondere Projekte sich Schatz schon anhören musste…hahaha)

Es ist so, dass der Garten und seine Arbeiten schlichtweg nie ein Ende nehmen. 

Und wenn ich dann mal sage: "Jetzt bin ich fertig" weiss Schatz genau, dass dies gerade für den aktuellen Tag gilt. hahaha! Oder ein paar Stunden.

Noch optimaler soll es werden, im Wissen... eben... es gibt kein Optimal... man kann es nie erreichen, weil immer wieder Ideen dazwischenfunken. Und trotzdem muss man am Ball bleiben, um das zu erhalten was da ist. 

Neidisch auf die nicht Gartengeknechteten? Jene, die einfach in den Urlaub fahren können, ohne auf irgendwas Grünes Rücksicht zu nehmen.

 

Nein! Ich will es ja so - genauso wie beschrieben. Und Schatz freut sich genauso. Und so verrückt wie es sich anhört, in der ganzen Gartengeisel Thematik empfinde ich es so befreiend, tun und lassen zu können, wie ich es möchte. Zu gestalten, zu werken, zu planen und zu guter Letzt zu schwitzen. Ein grosses Thema, dass ich als gesund abtue…

Freiheit hat eben viele Gesichter. Und eine meiner Freiheiten ist Grün mit Blumen, Sträuchern und Gemüse. Die, wie alles was lebt, gut behandelt und gepflegt sein will. Mit all ihren Bewohnern - mit und ohne Flügel, mit Stacheln oder Pelzchen...sichtbar und unsichtbar.

 

Und da liegt sie nun meine Tüte Erbsensamen, deren Inhalt auf wärmere Tage wartet. Warm - damit sie ihre weissen Wurzelfüsschen in der braunen Erde ausbreiten können, um einige Zeit später ihre weissen Blüten hervorzuzaubern. Jene an denen sich Bienen und Hummeln laben und die zum Dank die erwarteten Schoten wachsen lassen. 

 

Ist das nicht schön? Doch ist es...und ich möchte es noch viele Jahre gegen nichts in der Welt tauschen. 

 

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