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P wie...

Eine kleine Geschichte...

als wir hierhergezogen sind, es sind nun schon über 20 Jahre, hatte ich ganz rasch Kontakt zu den Bewohnern der umliegenden Häuser.

In einem von ihnen wohnte bis vor kurzem eine alte Dame. (ü. 85) Ihr Mann ist vor ca. 5 Jahren verstorben und so war sie nun allein in dem Haus. Sie verrichtete ihren Alltag so gut es ging.

Doch so allein war sie dennoch nicht. Denn die Nachbarschaftshilfe wurde und wird hier GROSS geschrieben. Der Garten wurde von ihrem Sohn (auch schon älter) gepflegt. für Einkäufe konnte sie mit jemandem regelmässig mitfahren. Als Corona Einzug hielt, wurde für sie eingekauft. Wenn irgendwas zu erledigen war, dass sie nicht schaffte, stand ihr so manches Ohr und Hände zur Verfügung. Für den Notfall wurden Telefonnummern ausgetauscht und später ein Notknopf installiert. Sie wusste, dass sie ohne Hemmungen zu jeder Tag- oder Nachtzeit Hilfe rufen konnte. 

Ich war begeistert, wie das so lief. Mehr noch wechselten sich verschiedene Frauen ab um mit der Dame regelmässig Kaffee-, Tee- und Tratsch Stündchen abzuhalten. Was ich als sehr wichtig empfinde, um den Anschluss nicht gänzlich zu verlieren. Als das nicht mehr ging (Corona) wurden diese an der Haustüre durchgeführt.

War das Wetter schön, sah man sie das eine oder andere Mal mit dem Rollator auf den Quartiergehwegen. All das funktionierte wie am Schnürchen.

Bis ich eines Tages die Nachricht erhielt, dass sie ins Spital eingeliefert worden war, weil sie schwer gestürzt sei. Wegen Corona hätte man lediglich mit ihr telefoniert können, wären ihre Arme nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. So sammelten die Menschen die immer um ihr wohl gesonnen waren und liessen ihr eine Grusskarte mit Blumenstrauss zukommen. Sie freute sich sehr, dass sie nicht vergessen worden war.

Vor einigen Tagen konnte ich erfahren, dass die Dame nun aus dem Spital entlassen, jedoch ab nun im Altersheim im Nachbarort untergebracht sei. Die weitere Auskunft liess mich schmunzeln. Man könne sie Telefonisch schwer erreichen, weil sie oft am Spazieren oder im Aufenthaltsraum im Gespräch sei. Anscheinend hat sie sich gut eingelebt. Was ich ihr von Herzen wünschte.

Doch darf sie trotz allem ein Grüsslein aus der «alten Heimat» erhalten. Ich werde ihr ein Brieflein schreiben und einige Bilder vom Hund belegen, weil sie Hunde so liebt. 

Ein Lebenszeichen zukommen lassen, zum Zeichen, dass man sie nicht vergisst.

In dem Falle wird es die P- wie POST richten.

Ich möchte dich damit ebenfalls ins Boot holen und spreche bewusst in WIR Form, denn vielleicht kennst auch Du jemandem im Altersheim, Spital oder REHA der sich über eine Nachricht freuen würde. Etwas in Papierform... Postkarte oder Brief, den man lesen kann, wann man will und immer wieder mal hervor holen kann.

Damit vergessen wir jene nicht, die kein Internet, Handy oder W-Lan und den ganzen anderen Rest nicht besitzen. 

 

Bemühen wir die P- wie Post, als unseren Nachrichtenüberbringer, Es kostet ja nicht die Welt. Dafür bringt es Seelen zum Lächeln.

 

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