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Trüb

Okey - wir hätten uns das Wetter vielleicht etwas strahlender gewünscht...

Vielleicht - Grosse Gedanken darüber machten wir uns jedoch nicht...

Weder auf dem Allmorgendlichen Hundespaziergang bei dem es leicht nieselte. So auch bei der Gartenarbeit nach dem Müesli zum Frühstück.

Als wäre es abgesprochen gewesen, sagte Schatz danach: "Also ich geh jetzt raus und schneide endlich die Weide." Gute Idee fand ich. "Und ich entferne die Weihnachtsbeleuchtung, schliesslich ist heute Lichtmess."

Schatz lachte neckisch: "Wird auch Zeit" Ich gab ihm einen sanften Stoss…»Schau du nur, dass deine Arbeit richtig gemacht wird.» lach!

 

Naya dachte wohl. Als wir unsere Jacken anzogen: "Und ich - hey - wem soll ich helfen?" Verwarf jedoch bestimmt jeden Gedanken daran, sollte sie je einen gehabt haben, als das Wort *KOMM* fiel. Juhu! ich darf mit nach Draussen. 

Kurze Zeit später, als sie merkte, dass es keine Spielsequenz, weder mit Herrchen noch mit Frauchen geben wird, sprang sie einfach vom einen zum andern. Irgendwie so als wollte sie nochmals nachfragen: "Soll ich helfen? Kein Spiel?

Schatz mit der grossen Schere zugange, ich auf der Leiter hatten keine Zeit. Es gibt einfach Dinge die wollen erledigt werden. Doch muss ich mir um die Fellmaus keine Sorgen machen, zudem darf sie wirklich auch lernen, dass nach Draussen gehen nicht immer Zeit für sie heisst und den Garten zu erkunden kann auch spannend sein. Was sie dann auch tat.

"Na - dann mach ich es mir selbst Kunterbunt" schien sie plötzlich zu sagen und schnappte sich einen abgeschnittenen Ast. Sprang mit ihm wie ein bockendes Zicklein durch den Garten. Kaute drauf rum und schredderte es zwischen ihren Zähnen zu kleinen Stücken. Mit denen sie wiederum weiterspielte. "Naya - no" hörte ich Schatz sagen. Mein Blick von der Leiter erhaschte eine, wie eingefrorene Naya... mit Stöckchen im Maul und mitten in einem zerflederten Haufen Äste, an denen sie sich grosszügig bedient hatte. Eigentlich war es eben kein Haufen mehr, sondern ein Mikado an Stecken über das ganze Grün verteilt. Ich musste lachen. Es sah lustig aus. "Okey - dann lass ich es" schien sie zu sagen und trabte wie ein Pferdchen über den Rasen, das Stöckchen schüttelnd im Maul, dass einst zu einem langen Ast gehörte. Kurze Zeit danach stand sie unten an meiner Leiter, guckte nach Oben und sagte: "Komm spielen" kauend auf dem Holz.

Ach, meine Kleine, das Leben besteht nicht nur aus Spielen. Wie sage ich es ihr am besten, dass sie es auf Hündisch versteht. Ich geh nicht drauf ein. Und so versuchte ich weiter die Lichterschlange vom Schopfdach zu entfernen. Oh, lieber Gott! Nun steh ich schon auf der Obersten Sprosse der Leiter, bin nicht schwindelfrei und nun hat sich das Lichterdings noch verheddert. Meine Arme zu kurz... oder sind es meine Beine... Egal - wie ich mich auch strecke, es reicht nicht.

Durchschnaufen --- schnauf, schnauf, schnauf...

Da plötzlich bewegt sich eine Person auf dem Weg, der um unser Grundstück führt. Ich sehe wie Naya aus ihrer mittlerweile Liegeposition in eine versteifte Sitzhaltung ändert. Ich beobachte. Ein Blick von ihr zu mir hinauf..."Brave Meite" Sie bleibt - kein Bellen - wauuuuuu! was für ein Geschenk! Innerlicher Jubel «Sie hat es verstanden, dass sie keinen Aufstand machen muss, weil ich gucke und entscheide.»

 

Ich steige vorsichtig von der Leiter und lobe sie mit streicheln und Worten.

Die Frau am Zaun bleibt stehen und redet zu uns. "Gehts gut mit ihr" Damit meint sie Naya. "Ja Danke, wir haben viel Freude an ihr." Naya kommt mit in die Nähe des Zauns. Streckt sich lang und schnuppert in die Luft. "Wer ist das? Was will die" scheint sie zu fragen.

Die Frau beginnt mit ihr zu sprechen. Und ganz knapp bevor Naya meint sie müsse nun sagen "geh weiter - das ist unser Garten" rufe ich sie an meine Seite. Die Frau ist erstaunt: "Sie hört echt gut und zufrieden sieht sie aus. So lieb" Ich bedanke mich für das Kompliment und wechsle noch ein paar Worte. "Juhuuuuu! Stöckchen!" scheint Naya währenddessen zu denken und trollt sich springend wieder zu Schatz, der anscheinend einen grösseren Kampf mit den langen Ästen auszufechten hat. "Guck Stöckchen - hab ich geklaut" springt sie um Herrchen rum. Die Frau lacht «Die wirkt ganz glücklich» und verabschiedet sich. 

Wenige Minuten später - eine weitere Person geht vorbei. Ähnliches Szenario. Nur spricht er heute nicht mit uns. Naya kommt von allein zu mir, guckt mich an, als wollte sie sagen: "Der hat heute wohl schlechte Laune" Ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen, lobe Naya erneut für das sie erneut nicht gebellt hat und steige wieder auf meine Leiter. Doch mein Arm ist immer noch zu kurz. Ja nun, - da muss später Schatz ran. 

Den höre ich plötzlich rufen: Naya, nein! NEIN - PFUI" Ohne hinzusehen weiss ich genau um was es sich handelt. Ist so ein Frauending, das Wissen was die Jungmannschaft anstellt, wenn nicht unter Beobachtung - hahaha!

"Hat sie einen Meisenknödel erwischt?" Fragte ich, obwohl ich es schon ahnte.

Naya sass da, so nach dem Motto: "Ich habe nichts gemacht, ehrlich, doch lecker war`s " leckte sich die Schnauze. Hahahaha. "Na - selber schuld" rief ich Schatz zu. Lach! Ein «Ha ha ha» kommt postwendend zurück. Ast ab, Knödel dran, Naya zur Stelle. hahahaha! 

Ich machte mich auf den Weg zu Hund und … na Du weisst schon…und schmiss etwas später ein ausgelutschtes Netzchen in den Kehricht. Naya im schönsten Fuss nebenher. "Darf ich nicht noch nur ein kleines bisschen lecken." hihihihi!

Und dann fing es an zu regnen... Pauuuuuuuuseeeeee! 

Naya scheint zu wissen was dieses Wort zu bedeuten hat und steht schon an der Eingangstüre zur Küche. Oder liegt es daran, dass sie Regen wirklich nicht mag? Egal! Es passt!

 

Glücklich - sie auf ihrer Decke in der Küche, ich und Schatz am Tisch mit einem Getränk. Beide mit roten Backen von der Frische und zufriedenem Gesicht. Auch Naya scheint sehr zufrieden. Ach, wie gut haben wir es... gemeinsam und trotzdem jeder für sich... wir geniessen es, sogar wenn kein Spiel, dafür Arbeit angesagt ist... 

 

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