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Jubel

 

Heute muss ich Dir noch mal was von Naya erzählen. Heute auf den Tag genau sind es 5 Monate seit sie bei uns lebt. Rasch hat sie sich an mir orientiert. Verrückt - denn zu spüren war das schon in winzigen Ansätzen beim ersten Halt auf der Raststätte bei der Heimfahrt. (Bild) Sie mag Schatz auch sehr gern, doch das musste erst wachsen. Ich hatte es da leichter. So sicherte sie sich auch immer mit dem Blick bei mir ab, wenn Schatz etwas von ihr verlangte. Ich ignorierte selbstverständlich dieses Verhalten, denn alles andere wäre Schatz gegenüber Unfair gewesen. Und hätte dem Hund etwas total Falsches signalisiert.

 

Vieles klappte von Tag eins an zwischen Naya und mir. Und was nicht, brauchte nicht ewig, dass sie verstand was geht und was nicht. Klug ist sie Madame Rambazamba - wie ich sie selten, doch hin und wieder nenne. 

Es gab da nur eine Sache, die sich als eine etwas harte Nuss herausstellte. "Das zu knacken braucht Geduld" sagte ich zu Schatz. Versuche etwas ändern zu wollen, wurden von ihr mit Gegenwehr - Wegrennen - steif machen und Angst Augen quittiert. Das wollte ich nicht. "Ob wir das je schaffen?" sagte ich lächelnd noch vor Monaten zu Schatz. Er lächelte zurück. Kann er gut - ohne nun sarkastisch sein zu wollen. Doch irgendwie ist die Aufgabe des Kämmens bei 3 von 4 Hunden in meinen Schoss gefallen. So nach dem Motto - Du warst Frisörin, Du machst das schon... lach!

Aramis, der durch schlechte Erfahrungen beim Züchter schon von Klein an, wenn es beim Kämmen ziepte... knurrte, Zähne zeigte und die Hand packte. Sonst und nicht in dieser Situation Charakterliche ein Traum von einem Rüden. 

Mai-Lin die zarte Hündin, die verwahrlost zu uns kam. Verfilzt wie ich es noch nie zuvor gesehen hatte. Eine mega Ohrenentzündung, die sie schreien liess, wenn man nur in die Nähe des Gehörs kam. 8 Kilo Untergewicht. In manchen Situationen ängstlich, weil sie am Vorort misshandelt worden ist. 

Und nun Naya, aus einem Haus mit Liebevollen Vorbesitzern...doch in Punkto Kämmen, liess sie von mir alles nur im Stehen geschehen. Ziepte es ein bisschen, war sie in Punkto Vertrauen - Zack - runter vom Tisch. *schmunzelnd*. Und das war es dann für diesen Tag. Bei allen dreien siegte die Geduld.

Bei Aramis wurde in kleinen Einheiten gekämmt. Manchmal nur mit der Bürstenrückseite so getan. Bis er merkte es will ihm niemand was Böses. Am Anfang trug ich sogar Handschuhe. So sahen wir nach dieser Hürde viele Jahre entspannten Beautybehandlungen entgegen. Mai-Lin wurde ebenfalls stückchenweise entfilzt. Es war mir egal was das Umfeld sagte, wenn ich mir ihr nach Draussen ging und erst nur ein Vorderbein gemacht war... denn die Wochen danach - ach was sag ich die Jahre danach war das alles kein Thema mehr.

 

Und wenn es Dir aufgefallen ist, ich sprach über alle 3 Hunde in der Vergangenheit, denn heute hat sich Naya von sich aus auf die Seite gelegt. Ist auch geblieben, hob sogar ein Bein an, damit ich besser rankomme und liess sich den Bauch kämmen. Ok - wie ein Fellbauch mit langem Haar aussieht, wenn er 5 Monate kaum bis gar nicht gekämmt werden konnte, kannst Du Dir vielleicht vorstellen. Doch was hätte ich gewonnen, wenn ich vor dem heutigen Tag Zwang und Kraft angewendet hätte. Vertrauen ist das was wachsen muss. Egal wie lange es dauert. "Wir haben alle Zeit der Welt" sage ich immer wieder mal zu Schatz und darin sind wir uns einig. Nun wird ihre Unterseite in den kommenden Tagen, in kleinen Einheiten, Stückchen für Stückchen entwirrt. Die Freude über ihr heutiges Angebot (nach 5 Monaten) war so gross, dass auch sie irgendwie zu strahlen begann. Stieg, als ich "ok" sagte, ohne Hast vom Tisch. Schüttelte sich und stand da... als wäre sie die Königin der Welt. Gut so... denn auch ich fühlte mich wie eine Königin - die Königin der Bürsten, Kämme und Scheren. LACH!

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