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Mensch sein

Heute haben sich bei mir zwei Personen unabhängig voneinander mit dem Satz geäussert: "Also bei Dir möchte ich auch Hund sein." In einem Fall wurde ich gefragt was Naya als Futter bekommt und wie oft am Tag. Im anderen ging es eher um das Generelle.

Ich machte mir mal meine Gedanken darüber.

Leute ich sage euch - Hund sein bei mir besteht aus undiskutabler Konsequenz. Wie ein blauer Punkt auf einem weissen Blatt Papier. Auch wenn Naya das hin und wieder versucht... mittlerweile im kleinen Ansatz, darüber zu diskutieren. Doch weiss sie unterdessen auch, dass ein A ein A bleibt und es kein anderer Buchstabe wird. Was heute gilt, gilt auch morgen. Egal wie ich mich fühle. Ob mit dem linken Bein aufgestanden oder Migräne. Denn würde ich plötzlich ein B gelten lassen, würde ich in ihren Augen nicht mehr vertrauenswürdig erscheinen. Deshalb flackern immer wieder mal die kleinen Tests von ihrer Seite her auf. 

Doch mal ehrlich, ich kann es so gut nachvollziehen. Ich war als Kind nicht anders. Und wenn Du nun sagst, einen Hund mit einem Kind zu vergleichen geht gar nicht... Okey - deine Meinung. Ich erkenne manchmal schon Ansätze die es zu vergleichen lohnt. Ohne damit einen Hund zu vermenschlichen. Doch haben wir nicht alle unsere Grenzen ausgetestet und ging es uns nicht besser, wenn wir welche gesetzt bekamen? Wussten was gilt! Hast Du schon mal ins Gesicht eines Grenzenlosen (wie ich es nenne) Kindes oder Jugendlichen gesehen? Die Überdrüssigkeit, die aus deren Augen guckt, die förmlich nach Regeln und Grenzen schreien? Es sind keine zufriedenen Gesichter. LEIDER! Und aus Kindern werden Erwachsene... manchmal mag ich kaum weiterdenken. 

Zurück zu unserer Naya, die wir richtig fest ins Herz geschlossen haben. Sie macht das richtig gut. Wie das gute Hunde so tun. *Lächelnd* Und gibt es mal Situationen, in denen sie mich an die Grenze bringen möchte, wo ihre Augen zu Äuglein werden, frech und keck. Weisst Du, solche mit einem Teufelchen dahinter, dann werde ich ganz still. Gottlob beschränkt es sich mittlerweile auf seltene Momente, nur noch draussen beim gemeinsamen Spiel... dann unterbreche ich das Ganze und schicke sie rein. Schliesse die Türe und atme tief durch. (Das tun wir sowieso alle viel zu wenig) Lege mir eine neue interessante Strategie zurecht und lasse sie nach 5-10 Minuten wieder raus. So nach dem Motto *neues Spiel - neues Glück* Dann funktioniert es auch zwischen uns wieder. Und das Teufelchen wurde Ratzfatz getilgt. Wie würde ich dastehen, wenn ich zu toben, zu schimpfen oder gar grob werden würde. Das möchte ich sowieso nicht. Ich könnte nur verlieren. Alles was wir aufgebaut haben wäre mit einem Schlag zu Nichte gemacht. 

Ach - wie oft habe ich so was ähnliches für Eltern-Kind-Beziehungen gewünscht. Und wenn Du nun sagst: "Die hat gut reden...die hatte keine Kinder" Halbwegs falsch - Denn wir waren alle mal Kind und wissen, doch ganz genau wie es auch schöner, besser und motivierender aussehen kann. Auch für mich und meine Geschwister wäre das was gewesen. Sinnvolle Grenzen, Konsequenz, keine Schläge aus Verzweiflung, kein Anschreien und ein daraus wachsendes respektloses miteinander. Es sollen gute Dinge entstehen, wachsen soll man gegen den Himmel und nicht in den Untergrund und die Motivation dabei soll bleiben. Vielleicht siehst Du nun den Zusammenhang, den ich zwischen Menschen und Hunden in der Förderung meine. (Die Bezeichnung *Erziehung* mag ich nicht so gerne - es muss ja nichts gezogen werden) "Lach"

Also, ihr Lieben bei mir Hund sein...? Bleib Mensch!!! *HAHAHA*. Ausser Du bekommst keine 3 Mahlzeiten am Tag. Oder kein gesundes Essen. *LACH* Dann müssen wir mal darüber reden. *Hahahaha*

 

Naya und ich, so auch Schatz machen auf jeden Fall auf diesem Kurs weiter. Denn so mögen wir es alle Drei!  

 

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