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Korken ab

Unglaublich - Manchmal leitet mich ein Wort in meinen Erzählungen in eine ganz andere Richtung als erst geplant. Ich wollte Dir gestern nämlich von etwas erzählen, etwas das über Jahre im Keller gelagert hatte. Und genau da haben wir den Salat... Keller - genau dieses Wort liess mich plötzlich die Geschichte über den Umbau und das Hochwasser berichten. War auch gut – doch nicht so wie als ein kleines Intro gedacht, sondern ich verlief mich in der Erinnerung und hielt plötzlich an Erlebnissen fest, die viel zu gross wurden, als das da noch was anderes Platz gehabt hätte. Doch was für ein Glück, dass ich es heute nachholen kann. Also magst Du noch mal mit mir nach unten kommen? OK - Hier der 2. Anlauf mit demselben Wort. KELLER - Lach!

 

Im nun mehrfach erwähnten Raum stand von Anbeginn der Fertigstellung des Weinkellers ein grosses Glas auf dem Fenstersims. Dort wurden über die Jahre jeder aus dem Flaschenhals gezogener Korken (bei uns Zapfen genannt) hineingegeben. Die Ideen waren mannigfaltig was ich dann irgendwann mal damit anstellen könnte. Doch meine Pläne waren nicht die von Schatz. Er wollte sammeln ohne Plan zur weiteren Nutzung. So hatte ich es zumindest verstanden. Ok - ich respektierte seinen Wunsch. Schliesslich war besagter Raum sein Ding.

20 Jahre waren ins Land gezogen. Doch auch wenn wir nicht allzu oft Besuch hatten und Schatz nur hin und wieder mal eine Flasche öffnete (meist teilten wir sie, er trank ein, 2 Glas und ich kochte mit dem Restlichen) reichte das grosse Glas nicht mehr aus. Ich begann ein neues. So stand da eines für Champagner und Sektkorken und eines für Weinzapfen. Mehr noch, nahm ich sie eines Tages mit nach Oben in die Küche und präsentierte sie als Deko. Sie sahen hübsch aus, doch es war nichts für immer. 

Gestern, beschlossen wir dann gemeinsam, sie sinnvoll zu nutzen. Rasch war Alkohol, den wir nie trinken werden und schon sehr in die Jahre gekommen war, über die Zapfen in Einmachgläser gegossen. Aus dem Schopf holte ich noch Lampenöl und goss es ebenfalls über eine reichliche Zahl an Kork ins Glas. Gut verschlossen warten sie nun auf ihren Einsatz. Ihr Dienst? Es sind die neu erkorenen Anzündhilfen. Mittels einer alten Zuckerzange können sie nun aus dem Glas genommen werden. Über einem Anzündpapier in den Ofen gegeben, um dort als Starthilfe zum Brennen der Holzscheite genutzt.

 

20 Jahre Genuss aus dem Keller wird zur Wärme in der Stube. Und nicht getrunkenes wird zur Starthilfe. Ist das nicht schön und praktisch. 2 Fliegen mit einer Klatsche. Oder sind es 3? Oder gar 4? Hääää? Gar keine Fliegen… nicht die Saison dazu. HAHAHA!

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