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Goededag

"Goede dag allemaal" Das ist Holländisch und heisst: "Guten Tag zusammen" so verriet es zumindest das Internet Übersetzung Programm. Es ist der Schlüssel zu der heutigen Geschichte, die ich Dir erzähle und die sich genauso ereignet hat. Grosses Indianer Ehrenwort.

 

Vor einigen Jahren waren wir bei einer Familie in Deutschland zum Weihnachtsfest geladen. Auf der ca. 4stündigen Reise freuten wir uns schon sehr auf sie. Auf Grund, dass es nicht das erste Mal war wussten wir genau, dass es wieder ein Riesen Fest geben würde. Unzählige Personen gehörten dieser Familie an. Da waren Vater Mutter, 3 Erwachsene Kinder teils mit ihren Partnern, wiederum mit ihren Kindern im Alter zwischen 5 und 20 und hin und wieder kamen noch Freunde hinzu. Manche wohnten im selben Ort, andere reisten an - jemand mit Tochter und Söhnchen sogar aus Holland. Ich erinnere mich gut daran... 

So viele Menschen im selben Haus, zum Fest, waren wir nicht gewohnt. Im Vergleich nannte ich unser Zuhause - Die stille Seniorenresidenz - lach! Trotzdem gefiel es uns sehr und es war mehr als nur unterhaltsam. Das Essen mit so vielen Menschen an einer langen Tafel, mit Weihnachtsgans und Rotkraut, hatte schon was. Nachspeise – das Eis mit Eierlikör, Donauwellen Kuchen, Kekse und Schokolade, hätten wahrscheinlich für uns allein für ein Jahr gereicht.

Die grösseren Kinder sassen derweil an der Küchenbar mit ihren selbst gefüllten Tellern und die Kleinen an einem Klubtischchen in der Nähe von Mama. Das Gute, dass ich mich immer im Wissen wägte, dass wenn es mir zu viel wird, ich mich in das ruhige Einlieger Zimmer zurückziehen könnte. Was ich und Schatz dann auch, zum Beispiel zum Mittagsschläfchen machten. Am Weihnachtsabend wurde mit unzähligen Anwesenden in einem möglichst strukturierten langwierigen Ablauf gewichtelt. Wahnsinnig viel gelacht und die 3 Tage unserer Anwesenheit fand von morgens bis abends, nebst einigen Personen, die auch dort im Haus untergebracht worden sind, ein Kommen und Gehen statt. Immer hatte irgendwer Lust auf ein Spiel.

Ich mag keine Spiele --- doch es stört mich nicht, wenn andere dieser Passion nachgehen. Ausser Scrabble. Das mit den Buchstaben die man blind zieht und dann damit ein Wort auf ein Brett legen sollte. Das liebe ich seit meiner Jugend. Leider fand ich selten jemand der es mit mir spielen wollte. Doch in einem diesen besagten Jahren, erzählte mir die Frau des Hauses, dass sie seit neuestem mittels App sowas ähnliches wie Scrabble spielen würde. Man hätte die Möglichkeit mit einem unbekannten Gegner in Kontakt zu treten oder wenn ich es auch runterladen würde, könne ich mit ihr ins Duell treten. Schnell war es getan die Angaben zum Spiel eingegeben. Ich war glücklich, das war genau wie Scrabble nur hiess es Wordfeud. Besser noch - ich konnte das überall spielen. Überall wo ich w-lan Empfang erhielt. Rasch klinkten sich ihre Töchter mit ein und wir tauschte unsere Spielernamen aus. So hatte ich plötzlich 3 Gegnerinnen auf verschiedenen "Brettern". Gut, dass ich mir bis zum nächsten Spielzug hätte 48 Stunden Zeit lassen können.

Wir fuhren nach den Weihnachtsfeiertagen nach Hause zurück. Im Gepäck viele Geschenke und noch mehr Eindrücke, welche uns mehr als ausgefüllt hatten. Als wir zuhause unsere Wohnungstüre aufschlossen, kam es uns äusserst still vor. Und ehrlich - ohne undankbar zu sein, sagte ich: "ich glaube, nun muss ich mich erst ein bisschen vom Trubel erholen"

Am Abend holte ich mein Handy hervor und klickte auf Wordfeud. Was für eine schöne Art, mit Menschen die man mag über eine so weite Distanz sein Lieblingsspiel zu spielen. Ich entdeckte die Spieleinladung der Tochter aus Holland (mittlerweile auch wieder zu Hause). Hä? Was war los? Dass die einfachsten Deutsche Worte nicht angenommen werden? Rasch merkten wir das Versäumnis. Sie hatte vergessen bei ihrer Einladung an mich, die Sprache von Holländisch in Deutsch zu wechseln. "Ach! weisst Du was? Lass es einfach - ich versuche es, obwohl ich kein Wort Holländisch spreche! Lach!" schrieb ich ihr über die Möglichkeit unter Wordfeud auch Nachrichten zu versenden.

Ok - gesagt getan - Die Worte flogen so hin und her - manchmal setzte ich in ein deutsches Wort ein e mehr, hängte ein «je» an und so wurden Deutsche Worte zu der fremden Sprache. Öfters jedoch legte ich meine zur Verfügung stehenden Buchstaben so lange, bis es mir das Wort annahm. (ja man hat keine Möglichkeit mehr zu tricksen wie auf dem Brett von früher) Ich schwöre ich habe keinen Duden, kein Lexikon oder Rechtschreibeprogramm zu Hilfe genommen, weder aus dem Internet noch aus Papier. Grosses Indianerehrenwort! 

Doch ganz am Ende zeigte die Punktezahl, dass ich mit meiner Unkenntnis in dieser Sprache, gegen die "Holländerin" gewonnen hatte. "Was für eine Schande" schrieb sie fühlbar etwas geknickt. Ich konnte es kaum glauben... Natürlich glaubte sie mir nicht, dass ich keine Hilfe zur Hand genommen hatte. Es ist ihr nicht zu verdenken.

Sie war dann auch die erste welche aus dem Wordfeud Programm ausstieg. Später die anderen und bei einer verabschiedete ich mich, weil ich IMMER verlor. (Ja – da war ich ein Hasenfuss – lach)

Irgendwie mit dem Umweg über Unbekannte Spieler, bin ich heute nur noch mit Schatz auf dem Wordfeudfeld tätig. Nebst unzähligem Unbekannten, welche wahllos vom Programm für mich ausgewählt worden waren und es den Anschein machte, dass sie mehr auf den Pfaden von "Single sucht" waren (und Tschüss) …

hatte ich auch liebevollen und interessanten Kontakt zu einer Krankenschwester aus Tirol, eine ganz junge Asiatin aus Berlin und einer Dame aus Wuppertal mit denen ich nebst dem Spiel, einen guten Nachrichtenkontakt pflegte. Die Wuppertalerin sendet mir immer noch jedes Jahr Weihnachts- & Neujahrswünsche. Oder Grüsse aus dem Urlaub in Holland oder der Bretagne. Was mich sehr freut. So - liebe Leserin, lieber Leser... nun kennst Du auch diese Geschichte vom Holländisch einer Nichtholländerin und dem Gewinn, nicht nur auf dem Brett oder dem Display.

Und zu Guter Letzt sei noch angeführt, dass ich zugeben muss, Schatz über die Jahre darin so gut geworden ist, dass mein Hirn oft echt gefordert wird.

Manchmal wünsche ich mir die Zeit zurück, als das Gewinnen gegen ihn noch so einfach war. Psssst. Lach!

 

Ik wens je een mooie zondag! (Google Übersetzer) Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag! 


(Antwort auf den Kommentar) Liebe Jessi, 

Vielen Dank für Dein Kompliment, doch ich möchte mich echt nicht mit fremden Federn schmücken, denn dieses Mal nahm ich den Übersetzer zu Hilfe. Liebe Grüsse auch an Mami!

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Kommentare: 1
  • #1

    Jessi (Freitag, 08 Januar 2021 18:15)

    Dis Holländisch esch korrekt, Grüessli vo mim Mami, sie esch au Holländerin