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Beschenkt

Ca. Mitte Advent erhielt ich die Nachricht von meiner Freundin "Hab Dir was in den Postkasten gelegt. Karte kannst Du schon lesen, Paket ist für Weihnachten gedacht."

Selbstverständlich befand sich das Paket schneller als gedacht bei uns in der warmen Stube. Ich schrieb sofort ein Danke an meine Freundin zurück. Ausserdem diese Zeilen: "werde das Geschenk wirklich erst an Weihnachten öffnen. Erhalte in der Regel nicht so viel und so habe ich auch eine kleine Weihnachtsvorfreude auf dem Kachelofen liegen." (Keine Sorge lieber Leser, liebe Leserin - Er ist nicht mehr in Betrieb) 

 

Als hätte im Himmel wer mitgehört trudelten ab da, in unregelmässigen Abständen Geschenkpakete in unser Haus. Nicht genug - haben wir so viele Glückwunschkarten wie noch nie zugesendet bekommen. Dann meldete sich meine Nichte mit Freund an: «kommen nur rasch vorbei, um etwas abzugeben.» Was sie dann auch taten, indem sie mir einen runden Korb in die Hände drückten, der mit 12 Geschenken und einer leuchteten Sternenlichterkette bestückt war. Ihr Nachhauseweg 1 Stunde – wir fühlten uns geehrt und konnten ihnen gleich unsere Weihnachtsgaben mitgeben.

Dann - hörte ich eines Nachmittags ein Auto vor dem Haus und Naya bestätigte meine Wahrnehmung mit einem einzigen tiefen Laut. WAU!

Als ich zum Fenster rausguckte, sah ich eine rote Zipfelmütze vorbeimarschieren und ein blaues Auto. Unter der Mütze guckten schwarze Haare hervor. "Was ist denn das? Der Freund meiner Schwester? Das kann doch nicht sein!!!"  

Doch konnte es. Der Freund meiner kleinen Schwester (lach - sie 174cm - ich 163cm) zieht bei seinen Besuchen zur Adventszeit dem Torwächter neben meiner Haustüre regelmässig die Nikolausmütze aus und zieht sie sich über seinen Kopf. Ho Ho Ho! Dabei zieht er den weissen Bommel kerzengerade in die Höhe und ich weiss nicht, wie er es macht, dieser bleibt dann auch so stehen. Was wir uns schon schlapp gelacht haben. Nicht genug, trug er Pflichtbewusst eine weisse Gesichtsmaske und hatte aber in diese eine brennende Zigarette stecken.

Als ich die Haustüre öffnete stand er mit einem grossen Paket unterhalb der 2 Stufen. "Hast Du mich erkannt" lachte er, ohne seinen Glimmstängel aus der Maske zu entfernen. Ich lachte zurück. So auch meine Schwester. Sie strahlte wie immer, wenn wir aufeinandertreffen. "Wir dachten wir bringen Dir rasch das Weihnachtsgeschenk vorbei." Ich war echt erstaunt, da sie sonst nicht so pünktlich ist. Es ist ein Markenzeichen, dass ich z.B. mein Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk verspätet erhalte. Nicht schlimm - da ich eh nie etwas erwarte. Doch ich bin immer wieder erstaunt, wie Menschen solche Eigenheiten meist lebenslang aufrechthalten. Bei ihr bis eben zu dieser Vorweihnachtszeit - Ich war echt überrascht. "Darf ich Dir das Abnehmen" fragte ich den Freund immer noch lachend. «Na klar» erwiderte er mit einer tiefen Stimme, als sei er der Weihnachtsmann.

Später - sie waren wieder nachhause gefahren (über 90 Minuten ein Weg) schob ich das Paket vor den Kachelofen, auf dem schon so einiges stand. Dinge die ebenfalls im Postkasten hinterlegt wurden, auf die Eingangstreppe gestellt oder an die Haustürklinke gehängt. Begleitet von lieben Worten.

Gestern Abend nach einem leckeren, einfachen Essen, machten wir nach Jahren, das erste Mal so richtig Bescherung. Es war sehr schön. Und ich muss sagen: "Ich könnte mich daran gewöhnen. Denn ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich keine Geschenke mag." Auch wenn es ohne geht - doch mit ist auch gut! Lach! Vielleicht sogar besser - lach! Auf jeden Fall leuchteten unsere Gesichter wie das bei Kindern an Weihnachten auch zu sehen ist. Ein festlicher Zauber lag in der Luft.

 

Vielen Dank an alle die an uns gedacht haben... Ihr seid in unseren Herzen und so wünsche allen, auch Dir einen wunderschönen 1. Weihnachtstag.  

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