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Punktlandung

Als hätten sie sich verabredet, um in meiner Stube aufgeschrieben zu werden.

Genauso flattern mir seit Beginn der Adventszeit ungewöhnliche Geschichten entgegen. Geschichten wie sie sich jedermann wünscht. 

Ereignisse welche so einfach, und doch so kraftvoll und rührend sind. Weil sie von Menschen für Menschen gemacht. In diesem Jahr, dass alles andere als die Jahre davor sich präsentiert hat. Unglaublich! Im positiven Sinne präsentieren sie sich, diese Erzählungen.

Gerne gebe ich genau diese Geschichten weiter. Denn hier sollte nicht die Endstation dieses *Peace & Love Train* - Geschichten Zug sein. Weiter rollen soll er, hinaus in andere Stuben. Vom Auge direkt in die Seele und von da vielleicht in weitere Gehörgänge. In die ganze Welt. Denn, diese erzählen davon, dass Hopfen und Malz nicht verloren und überall die Blüten der Menschlichkeit vorhanden sind. 

 

Hier meine heutige...

In Schatzes Grossbetrieb, in dem er den Status eines Angestellten geniessen darf, war es seit immer Gang und gäbe, dass wie in vielen Betrieben zu dieser Zeit Weihnachtsessen auf dem Kalender standen.

Doch wie überall, wurden diese auf Grund der Viruslage in der Schweiz gestrichen. Man nahm es so hin, weil es eh nicht zu ändern war und man sich auch schon auf die eine oder andere Veränderung eingestellt hatte. Es macht die sonst Kerzenbeschienene Adventszeit dunkler und schwerer als sonst. So wurde in letzter Zeit manchem so vieles genommen und kein Ersatz gegeben. Mehr noch - es wird allgemein oft nicht mehr nach Ersatz gesucht. Man nimmt es etwas resigniert so hin. 

 

Vorgestern - so erzählte mir Schatz abends... erhielt er Besuch seines Obersten Big Boss in seinem Büro. Er trug einen riesigen Korb. Erklärte, dass er sich mit seiner Frau Gedanken gemacht hätte, wie er seinen Mitarbeitern trotz der Abgesagten Feiern zeigen könne, dass er sie und ihre Arbeit wertschätzen würde. 

Und dann hätten sie gemeinsam für jeden Angestellten ein "Anisbrötli" (Anisgebäck) gebacken. Er übergab zu anerkennenden Worten, einem Dankeschön für die gute Zusammenarbeit Schatz ein solches. Hübsch in Cellophan eingepackt, mit Schleife und Kärtchen mit Beschriftung (sogar der Inhaltsstoffe und Kalorienanzahl). Im Inneren des Säckchens lag ein längliches Gebäck das jedem hier in der Region aus den Hauptzutaten, Mehl und Anis, bekannt. Verziert traditionell mit einem Motiv, das mit einem sogenannten Holzmodel aufgedrückt wird. Alles sah sehr akkurat und professionell aus, als ich es auf den Tisch gelegt bekam. Schatz strahlte als hätte er eben einen Goldbarren hingelegt. "Oh hübsch" sagte ich. Lecker - dachte ich. Heute Abend zu Tee --- die obligate Hälfte. grins!

"Rate mal..." sagte er "Wie viele er und seine Frau gebacken haben" Ich studierte - Also, wenn jeder Mitarbeiter in diesem riesigen Betrieb ein solches Präsent bekommen sollte, dann sind es ja.... Nein, das konnte nicht sein. "Ich weiss es nicht" sagte ich kurzerhand und schob grad den Satz hinterher "Bitte sag - nicht darauf bestehen, dass ich eine Zahl nennen soll" Lach! 

Tausend Stück! Schatz sagte diese Zahl als würde er sie sich auf der Zunge zergehen lassen. Und ich machte dabei wahrscheinlich das Ungläubigste Gesicht ever. grins! «Waaaaaas? 1000 Stück – Mama mia!»

Als sie dann beim Aussprechen definitiv in meinem Gehirn angekommen war, merkte ich, wie es mich bis tief in meine Seele rührte. Meine Augen etwas feuchter zu werden schienen. Dieses Ausmass an Idee umsetzen - Backen, Verpacken und Beschriften, bei jedem einzelnen vorbeischauen und Händeschütteln, sich bedanken…Was für eine Wertschätzung.

Das ist viel grösser als jedes exklusive Weihnachtsessen einer jeden Abteilung je hätte sein können. Denn es landet direkt in der Seelen Abteilung Menschlichkeit, Achtung und Respekt. Und liess Augen, Ach, was sag ich Menschen strahlen. Man sah es an uns zwei - denn nun leuchteten wir beide. Und dies, obwohl ich *nur* die Hälfte... na, Du weisst schon - lach! Gpässle gmacht! 


 

Niemand kann dies auch niemals mit den Worten abtun "Es ist ja nur ein Keks". Denn die Geschichte dahinter macht es zu wertvoll. Eine echte Herzensgeschichte - So schön! Es würde mich nicht wundern, wenn genau dieses besagte Gebäck von uns niemals gegessen werden würde. Nicht mal von mir -hahaha. Obwohl ich weiss, dass Schatz es mit mir teilen und es mein Lieblingsgebäck ist. Es wird trocknen, sich konservieren und wird Gottlob durch die Zutaten nicht weniger schön. Und ich bin mir beinahe sicher, dass er es nach dem Trocknungsprozess in seiner speziellen Schublade aufbewahren wird. Und nicht nur in dieser Schublade, sondern in unserer Erinnerung hält sich dieses Geschenk eines grossen Chefs und seiner Frau mit viel Herz. DANKE für diese Punktlandung…

 

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