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Selbstkritisch

Ein Bild in einer Handarbeitsgruppe in den soz. Medien, wunderte mich schon ein wenig. Doch der Text dazu brachte Klarheit.

Er lautete in etwa so:

"Ich weiss, dieses Bild hat nichts mit häkeln zu tun. Doch ich muss es euch zeigen."

Zu sehen war ein hübsch geschmückter Weihnachtsbaum. Unter ihm und rundherum standen Geschenkpakete. So viele, dass man glaubte im Wohnzimmer einer Grossfamilie zu Gast zu sein. Nicht nur kleine Pakete, sondern auch grosse bis riesige Pakete lagen dort. 

Weiter stand geschrieben

"Da wir wenig Geld besitzen, kam meine Tochter auf die Idee, dass wir Kartonschachteln sammeln sollen, auch grosse. Diese packte sie nun mit Geschenkpapier ein. So würde es nun nach einer richtigen Weihnacht aussehen."

 

Du kannst Dir denken, dass die Kommentare dazu nicht ausblieben. Der eine oder andere mit Spitze. Autsch! Andere lobten das kreative Kind und die Verständnisvolle Mama. Pfennigfuchser rechneten hoch, dass… hätte man den Baum weggelassen, die Deko und das Geschenkpapier, ein grosses Geschenk erschwinglich gewesen wäre.

Ein Foto mit Text und hundert Ansichten und Interpretationen bis hin zur Werkstatt- & Hausfrauenpsychologie, alles war mit dabei. Wie es halt so ist.

Doch eine Frage, die mich schon lange interessiert...wann hat das begonnen, dass jeder über alles und jeden seine Meinung Kundgeben muss? Sich nicht an einem Bild erfreuen kann. Die Familie mit ihrer Art und Einstellung stehen lässt. Man auf den Kommentar verzichtet: "Die Familie zählt und nicht die Geschenke, darum sollte das Mädchen dankbar sein, eine Familie zu haben."  Haaalllooooo! Vor welches Gericht hat sich die Frau mit ihrem Post begeben?

Und wenn Du nun denkst, dass Internet sei schuld und nur dort würden solche Wortmeldungen laut. Dann kann ich Dir aus eigener Erfahrung erzählen, stellt man eine Holzwand als Zaun in den Garten, anstelle der 0/8 15 Eisenzäune... hahahaha! Dann kann auch die Post abgehen.

Man muss nicht alles verstehen, man muss auch nicht alles kommentieren und man darf Dinge die einem selbst nicht Betreffen einfach mal sein lassen. Zur Kenntnis nehmen reicht vollkommen. Sich Gedanken machen… doch Mäulchen verschlossen halten! Lach!

 

Und da ich der Meinung bin, *beginn bei Dir selbst* ist immer das Beste oder *nimm dich an der eigenen Nase* packe ich genau dieses Thema als meinen 1. Vorsatz fürs neue Jahr auf meinen Zettel. Denn ganz genau betrachtet und kritisch dem eigenen Ich begegnend, muss ich gestehen... manchmal tue ich es auch! Niemals im Internet, doch manchmal im Gespräch mit jemandem. Manchmal glaube ich auch, es besser zu wissen. Interpretiere mehr rein, als gehört, gelesen oder vernommen. PFUI!

 

Doch ab jetzt lasse ich meinen Senf im Töpfchen, oder schmiere in mir auf mein eigenes Essen. (ich mag gar keinen Senf, darum nehme ich Konfitüüüüreeee - lach) Und Jawohl - fürs neue Jahr gibt es bei mir einige Vorsätze. Kann doch nicht schaden. 

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