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Trügerisch

Wie ein Dieb schleicht er sich nachts heran. Oder eher wie ein quengeliges Kind. Eines, dass im Spiel nicht warten wollend zeigen will: "Jetzt bin ich dran"?

Jede Nacht ein Eiseshauch mehr, mit dem er dem Herbst den Rang ablaufen will. Täuscht uns mit Bildern am Morgen, die uns glauben lassen sollen, dass er nun am Ruder sitzt. Laub und Wiese mit weiss überzieht und die Temperaturen in den Keller treibt. 

Doch mit einem Blick auf den Kalender, verheisst dieser, dass ER - Herr Winter - erst viel später an der Reihe und noch nicht jetzt.

Am 21. im Dezember, um elf Uhr zwei, da beginnt seine Stunde. NOCH NICHT JETZT!

Darum lassen wir uns durch sein Gehabe nicht irren. Sprechen nun noch nicht von Winter, doch loben den Herbst. Auch wenn uns hie und da fröstelt. Mütze und Schal hervorgeholt für den täglichen Morgenspaziergang mit dem Hund und die Abende länger.

Denn mit wachem Auge kann man ihn Tagsüber nicht nur sehen – den Herbst - nein auch spüren im Sonnenlicht oder mit Schleier. Seinen Farben und dem Geruch. Seine Amtszeit ist noch voll im Gange und wer was anderes sagt, dem glaub ich nicht.

 

Darum Herr Winter, halten sie mal ihre Füsse still oder besser noch den Atem an. Ihre Zeit wird kommen. Oder wie meine Mama immer sagte: "Eins nach dem andern, wie in Paris!" schmunzel... 

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