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Lichterschein

Was haben wir am Samstag vor 2 Jahren gemacht? Diese Frage war der Zünder, um mich in der Fotodateien umzusehen. Also, ehrlichkeitshalber fragte ich mich erst, was habe ich vor einem Jahr gemacht. Doch dazu fand ich nichts.

Doch als ich dieses Foto mit den fliegenden Kettensesselchen erblickte, kam mir die Erinnerung als wäre es erst gestern gewesen. 

HERBSTMESSE in BASEL - etwas das bei vielen gross geschrieben wird. So normalerweise nicht bei mir. Doch damals - vor 2 Jahren, war es irgendwie wieder mal an der Zeit diese Attraktion zu besuchen.

So machten wir uns auf in die Stadt. Meine Geburtsstadt und bis zum beinahe 7. Lebensjahr auch mein Wohnort. Ich mag keine grossen Ansammlungen von Menschen, kein Gedränge, nicht wenn es laut ist. Doch all das bringt diese Messe auf verschiedenen Plätzen so mit sich. Allerdings wird all das mit etwas abgemildert. Die Dunkelheit, die Farben, Lichter und die Musik die bei jeder Vergnügungsbahn zu hören ist.

Und so kam es, wie es kommen musste, ich knipste und knipste (mit dem Handy) Bild um Bild, war manchmal vor lauter Begeisterung beinahe nicht mehr weiterzubewegen und musste dann schauen, dass ich Schatz nicht verlor. Ja - er war mit von der Partie und so genoss ich das Ganze noch mehr. Er, der die Stadt wie seine Westentasche kennt, führte mich dann auch durch Gassen und Gässchen, um den Menschmassen zu entfliehen und noch schneller zum nächsten Platz der Schausteller zu gelangen.

Sag selber - ist das nicht schön - dieses Foto, nicht weil ich es geschossen habe. Dieser rotierende rote Pilz und im Hintergrund das Basler Münster. Nicht mehr so riesig wirkend, weil genau dieser Pilz ihm die Show stiehlt. 

Es war dann schon recht spät und auch ziemlich kalt, als wir über die Wettsteinbrücke schlenderten. Ins fliessende schwarz des Rheins blickten und es romantisch empfanden wie er mit den Strassenlaternen gesäumt unter uns lag. Die eine Hand, mit der wir uns hielten (ja - das tun wir immer noch) war nun in Schatzes warmen Jackensack versorgt. Die Kragen hochgeschlagen, um sich vor dem kühlen Wind besser zu schützen.

Irgendwie fühlte ich mich grad so wie früher, als wir noch jung, oft nachts in der Stadt unterwegs waren. Wir zum oder vom Tanzen kamen, die Mitternachtsvorstellung im Kino besuchten oder einfach einen nächtlichen Schaufensterbummel mit anschliessendem Barbesuch unternahmen. Nicht zu vergessen die Treffen mit Freunden in der Brötlibar um ein spontanes und ausgelassenes Wettessen der schmackhaften belegten Brote ins Leben zu rufen. Schön wars. Ohne Fernseher, ohne Computer und Pipapo. Damals…

Nur wären wir, damals, auf dem Weg zum Motorrad gewesen. Auto gab es ganz lange nicht. Dafür dieses Gefühl, von - nein! Ich will noch nicht nach Hause. Was können wir noch anstellen?

 

Wäre da nicht an diesem Samstag vor 2 Jahren Schatzes Satz gewesen: "Ich bin müde und Mai-Lin wartet auch!» und so stiegen wir schon Bald in unsere Blechkutsche und fuhren in weiteren, doch andern Lichtern, nämlich der der Autobahn nach Hause. In meiner Tasche ein Schatz an vielen schönen Bildern, die beim Sichten jedes Mal diesen einzigartigen Abend erneut hervorholen. 

  

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