· 

Arbeit

"Also ich finde, dass in diesem Jahr der Herbst viel schneller Einzug gehalten hat als in anderen Jahren zuvor." Das dachte ich gestern während ich über das Hochbeet gebeugt, den verwelkten Storchenschnabel zwischen den kleinwüchsigen Rosen hervor zupfte. Dort, beim Laubengang, welcher nun voll auf die dritte Jahreszeit geschaltet hat.

Naya steckte ihre Nase tief in den grossen Laub Sack. In welchem nun schon ein Teil des Abgeblühten lag. "Was sie mit ihrer dicken Nase wohl so alles darin riechen kann?" 

Wahrscheinlich jeden Käfer der dort mit seinen Füsschen drüber gegangen ist.

 

Kurze Zeit später sah ich unseren Hund etwas von mir weg am Boden liegend. "Fein liegen" rief ich ihr zu, um dieses Verhalten zu bestärken. All das war nach einem ausgiebigen Suchspiel mit Naya. Wo wir viel Spass und noch mehr Erfolg im Finden hatten. Also besser gesagt sie beim Finden, ich Gottlob beim Verstecken. Lach -

Etwas später sagte ich zu Schatz: "Sie muss halt auch lernen, dass wir zusammen im Garten sein können, ohne dass sie von mir ständig beschäftigt wird." Das habe ich auch nie getan. Doch wurde sie bislang auch mal in der Küche platziert, damit ich kurz was allein tun konnte. Dann stand sie hinter der Scheibe, wedelte und wartete bis ich wiederkam. Am Anfang bellte sie wie verrückt, bis sie merkte, dass ich nur reagierte und ins Haus kam, wenn sie sich ruhig verhielt. Das funktioniert nun recht gut. 

 

Ich muss tatsächlich bei dem Gedanken an diese Situation von gestern schmunzeln. Denn genau bei diesen Worten hielt ich 2 verschiedene Gartenscheren, die grossen, in meinen Händen. Ich hatte sie zuvor während meiner Arbeit auf dem Boden gelegt.

Nun zeigte ich sie Schatz, mit Augenmerk auf die langen roten Plastik Griffe, auf denen neuerdings Abdrücke von Hundezähnen zu erkennen waren. Sowie etwas Glanz der Spucke von Naya. Lach! Diese sass neben mir und schaute mich an: "Au Ja - Spielen, spielen, spielen..." Sie stupste immer wieder den einen Griff mit der Nase an und kassierte von mir einen "Nein" Blick. 

Kurzzuvor hatte ich sie, wie Du Dir schon denken kannst, auf meinem Werkzeug kauend vorgefunden. Auch meine Gartenhandschuhe welche ich nun ausgezogen und auf den Tisch gelegt hatte, wurden von ihr mit den Augen fixiert. "Naya nein!" Es ist, wie wenn man die Gedanken kleiner Kinder lesen kann und man schon im Vorfeld erkennt was sie im Köpfchen wieder aushecken.

Der arme Hund - lach - als ob nie etwas mit ihr unternommen werden würde. Sie schien mich bei dem Gedanken anzugrinsen. "Freches Mädchen" lachte ich.

"Komm" Dabei bewegte ich mich in Richtung Kücheneingang. "Au ja" - schien sie neben mir in kleinen Schritten gehend, wie ein Pferchen kurz vor Start, zu sagen. In ihrem hübschen Kopf rief es immer noch "Spielen - Spielen"

Sie dachte, ich würde nun eine andere Beschäftigung für sie aus dem Haus holen. "Holzweg - meine Kleine - Pauseeee!" Dachte ich - ohne sie zu beachten.

Als ich mit dem Tablett mit zwei Tassen, Teebeuteln und Thermoskanne zurück in den Garten ging, war auch bei ihr der Groschen gefallen. Ein kurzes Aufflackern der Hoffnung auf ihren Wunsch erschien, als ich im Schopf, dort wo ihre Spielsachen gelagert sind, die Stuhlkissen holte. Natürlich begleitete sie mich dabei wie ein Schatten.

Auf dem Weg zur Pergola spielte ihr Rex noch eine Willkommene Ablenkung zu. Dann, als er, der grosse Schäferhund vom übernächsten Haus zu bellen begann. "Au ja - da ist was los- mach ich doch mal mit" so Naya und fiel lauthals mit Gebell mit einzustimmen. Das Rex sie gesehen hatte und deswegen so Alarm schlug, das checkte sie nicht. Hauptsache Aktion.

"Naya" Sie guckte mich an und ich legte den Finger auf meine Lippen, so wie man kleinen Kindern zeigt das sie leise sein sollen. Das hatte ich mit ihr geübt und welche Freude, es klappte. Ich kann sie immer besser abstellen. Also, ich nenne das mal so, obwohl meine Freude darüber eine viel bessere Bezeichnung verdient hätte.

Mein Bestreben sie dazu zu bringen, ihren klugen Kopf einzuschalten, bevor einfach drauflos gebellt wird, trägt langsam winzige Früchtchen. 

"Decke" (ich brauche nicht mehr mit dem Finger darauf zu zeigen) ohne Widerworte Haltung ging sie und legte sich auf diese. Sie schaute abwechselnd zu Schatz und mir. "Es könnte doch sein…" Nein es konnte nicht sein! Wir und DU machen nun Pause.

Unsere Körperhaltung und das Schlürfen des heissen Tees, liess nun auch Naya erkennen was Sache ist. Für einen Moment Sendepause. Lach! Sie legte ihren Kopf neben die Vorderpfoten und begann endlich die Emotionen runter zu fahren. 

 

Nichts ahnend das eine halbe Stunde später ein Spaziergang auf dem Programm stand, genoss auch sie die Ruhe und das Murmelnde Geräusch unserer Gespräche. Und schloss ihre Augen - Nickerchen - Ach! Haben wir es gut! 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0