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Entdeckung

Naya lernt nun immer mehr unseren Tagesablauf kennen.

Dazu gehört in dieser Jahreszeit natürlich auch das morgendliche Giessen des Gartens.

Anfangs schien es sie eher zu verunsichern, dass ich mit der Gießkanne oder dem, mittlerweile für sie nicht mehr bösen Schlauch, unterwegs bin. Das hin und her, befüllen der Kanne und ausgießen im Beet, zeichneten ihr beinahe Fragezeichen über ihrem hübschen Köpfchen. "Hä? was tust du da" schien sie zu fragen und tapste hinter mir her. Eher wie ein alter Gaul, als ein junger spritziger Hund. (lach) Von hier nach da, von da nach hier. Einige Tage schien sie sich damit zu arrangieren. Man glaubt es kaum, doch genau das machte sie so müde als hätten wir zusammen einen grösseren Spaziergang gemacht. Deswegen, anschließend rein ins Haus und Schläfchen.

Vorgestern, selbes Giessszenario, doch plötzlich war sie nicht mehr an meiner Seite. Stattdessen hatte sie sich vor den Pflanzentrog an der Hauswand gestellt. Ihr langer Hals und das Recken der Nase in die Luft verrieten, dass sie irgendwas entdeckt haben musste. "Oh je" dachte ich "Bestimmt was zu futtern" Naya ist sehr kreativ, wenn es um die Beschaffung von Essbaren Dingen geht. Ich konnte nicht ausmachen um was es in diesem Falle ging. Doch was für ein Glück, dass ich mit den Wassergaben für die Beete fertig war und so konnte ich sie mit einem Spiel ablenken.

Bald war vergessen, was zuvor ihr Interesse geweckt hatte. So dachte ich zumindest.

Gestern wieder dieselbe Giesssituation. Doch diesmal legte sich Naya entspannt an einen Punkt im Garten, bei dem sie meine Wege und das Wasser besorgen im Blick hatte. "Warum sollte ich immer hinter dir herlaufen" sagte ihr Blick "es geht auch so"

Ich freute mich darüber, auch wenn es aus ihrer Sicht unter Kontrolle meines Tuns verbucht werden kann und Kontrolle nicht immer das Ideale bedeutet, machte mir das Ganze doch einen viel enspannteren Eindruck. So fand ich das eine gute, von ihr gewählten Lösung.

Als ich zum 3 oder 4mal zum Wasserfass zurückkam, lag sie nicht mehr dort. Stattdessen sah ich sie nun wieder vor dem Pflanztrog an der Hauswand. Diesmal sitzend. Sie starrte ganz gebannt in das ellenlange Kürbisgewächs. Ihre volle Konzentration auf das irgend etwas gerichtet. Dort wo nun seit einiger Zeit dieses Gewächs sogar das Fenster einnimmt. "Da muss ich doch mal gucken was so spannend ist" dachte ich und ging hin.

 

Wie lustig – Sie guckte mich kurz an, sass dann wieder da, machte keinen Wank und fixierte einen hellen mittelgroßen Kürbis, Guckte mich an - stand auf und wedelte mit der Rute "Balli" ich musste lachen als sie erneut zu sagen schien "Guck doch - Ball" sie wedelte noch freudiger "Lass uns spielen" sagte sie förmlich. Dieser Freude konnte ich nur das Gewünschte entgegensetzen. Ich versorgte meine Gießkanne und dann war Spaß angesagt. Doch wie Du dir vorstellen kannst nicht mit dem Gemüseball, sondern mit einem richtigen Ball für Hunde.  

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