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Ersatz

Als ich folgende Zeilen las, wusste ich einmal mehr was mir immer wieder mal fehlt:

"Im Wind am Meer zu atmen,

ist eine Wollust.

Man fühlt sich, als könnte man damit unendliche Lebenskraft ins ich aufnehmen."

 

- Fanny Lewald -

 

Man fühlt sich nicht nur so, als könnte man unendliche Lebenskraft in sich aufnehme, man kann enorm viel Energie tanken. Das weiss ich aus Erfahrung.

Durch den Corona Lockdown, war es in diesem Jahr nicht möglich zu unserer Tankstelle ans Meer zu fahren. Es fehlt uns schon, die 14 Tage mit Wind, Wetter und Wellen. Doch vor allem diese unsagbare Energie die einem über das grosse Wasser, durch die Luft geschenkt wird. So wie die Weite. Diese unsagbar grosse Weite über die Wasseroberfläche an den fernen Horizont. Dort wo man glaubt erkennen zu können, dass die Erde eine Kugel ist.

Nun könnte ich, wenn ich meine Seele betrübt halten wollte, jeden einzelnen Tag darüber jammern. Doch es würde mir nichts bringen. Im Gegenteil, es würde mein Innerstes dunkel und dunkler mit Sehnsucht ausfüllen.  Ich möchte das nicht.

Stattdessen habe ich mir einen Ort gesucht (bei mir im Garten) wo ich meinen "Oma Stuhl" (so nennt ihn Schatz) aufklappe, mich in das grüne Aufliege Kissen lege und mir ohne grosse Anstrengung viele Bilder der Urlaubstage, der vergangenen Jahre ins Gedächtnis rufe. Die Augen geschlossen, kann ich dies mittlerweile so gut, dass ich glaube, die Möwen und die Brandung zu hören. Manchmal bewegen sich meine Haare vom Meereswind. (lach) Ich konzentriere mich auf meine Atmung. Ein - Aus - Ein - Haus ---- bis tief in den Bauch, durchlüfte damit zusätzlich meine Lunge, Meine Seele treibt in dem Atlantik Blau und sieht die Wolken über das Meer ziehen. (mit geschlossenen Augen) Manchmal schlafe ich dabei für ein paar Minuten ein. Oder ist es einfach eine Meditation? Egal - es tut mir gut. die Reise auf meinem Omaklappstuhl. (lach)

Eines Tages wird alles wieder greifbarer, echt sein, wenn Gott es so will und wenn das Weltgeschehen (Corona) sich verabschiedet hat. Und falls nicht? Dann reise ich einfach so, dankbar, für die einstigen Eindrücke, weiter. 

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