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Alleine

Wir sassen zu Beginn der letzten Woche abends im Garten. "Es ist nicht mehr so warm - ich kann schon den Herbst riechen" sagte ich zu Schatz. Er - zog an seiner Schönwetterfeierabendzigarre --- ich weiß liebes Rechtschreibeprogramm, dass dieses Wort in deiner Welt nicht existiert, jedoch sehr wohl in meiner ---- also, er blies den Rauch gegen den Himmel und schaute ihm Gedankenverloren nach. "An was denkst Du" fragte ich, ein Buch auf meinen Beinen liegend, dessen Geschichte mich nicht wirklich packte. Deswegen war ich für jede Abwechslung dankbar.

"Sie fehlt" sagte er mit einem traurigen Blick. "Mir auch" entgegnete ich. "Ich habe ganz oft das Gefühl sie sei noch hier, wenn auch unsichtbar." Die Rede war von Mai-Lin die wir vor etwa 20 Tagen in die "Anderswelt" verabschieden mussten. "Weisst Du noch..." so begann ich und als hätten wir mit diesen Satz eine Tür geöffnet, kam eine Erinnerung nach der anderen, welche wir nun austauschten. Es war bestimmt kein Zufall, dass wir uns die Guten, Lustigen Dinge von ihr erzählten. Sie machen die Seele weniger schwer und lassen solche traurigen Momente, die immer wieder mal erscheinen, etwas leichter sein.

Es war auch total normal, dass an diesem Abend auch die Erzählungen der Hunde Aramis & Harun mit ein beschlossen wurden, sowie die der Katzen, Minouche, Jessie & Missie, Stella, Laila, Freezy und Aishe welche einst unseren Lebensweg begleiteten. Für dich liebe/r Leser/In logischerweise nur Namen, für uns Lebewesen, die wir nie mehr vergessen werden. Jedes mit seinen Eigenheiten und Charaktermerkmalen die meist Geschichten zum Schmunzeln hervorbrachten.

 

"Nun sind wir das erste Mal seit über 40 Jahre ohne Haustier." sagte Schatz. "Ach, so können wir doch auch mal Dinge tun, die wir auf Grund der Tiere kaum, bis nie mehr gemacht haben. Der Zoobesuch am Tag zuvor war doch toll - oder nicht?" fragte ich. "Doch klar, einmal, ohne auf die Uhr sehen zu müssen, weil man den Vierbeinern gerecht werden wollte. Das war schon auch besonders." So seine Antwort

"Wir können nun deine Löffelliste abarbeiten." Wir lachten. So nennt er die Liste, die ich zur Ablenkung während der Trauer um Mai-Lin erstellt habe. Schliesslich musste ich eine neue Perspektive ins Leben rufen. "Löffelliste" lachte ich. Man nennt das so, weil sie alles beinhaltet was man noch tun möchte bevor man das Zeitliche segnet. "Das ist keine Liste vor dem abnippeln – ich gebe den Löffel noch nicht ab" sagte ich grinsend "Wir können ja das eine oder andere das Dir nicht gefällt weglassen. Das würde ich bestimmt überleben."

Wir schauten uns an... "Vielleicht haben wir ja wieder einmal einen Hund" sagte Schatz mehr fragend als feststellend.

"Ach Schatz - Der Himmel wird uns das schicken, was für uns gut ist. Davon bin ich fest überzeugt." 

 

Nicht ahnend, dass der Himmel diese Aussage notiert hat, blieben wir noch die restliche Zigarrenlänge Draußen. Dabei beschloss ich das doofe Buch nicht weiterzulesen, weil wenn es nicht gefällt, es reine Zeitverschwendung wäre. Später beendeten wir mit etwas TV gucken unseren, diesen Abend. Gingen zu Bett, ohne zu ahnen was der Himmel aus unserer Aussage macht...oder anders formuliert, was der Himmel für uns parat schusterte... das und noch mehr liest du schon Bald! 

 

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