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Gartenzimmer

Unser bestes Stück in der linken Ecke des Gartens ist die Pergola. Die selbst gebaute notabene, jene Konstruktion welche wir nicht mehr missen möchten. Sie ist die, welche wir jeden Abend bei schönem Wetter genießen.

Schatz mit einer Zigarre und ich mit einem Buch, oder auch ohne, dafür mit einem Austausch über das was Tagsüber passiert ist.

Ein kaltes Getränk immer griffbereit. Die Freude am Hopfengewächs, welches sich ebenfalls linker Hand emporrankt, ist groß. Doch reicht dieses nicht aus die etwas beißenden Sonnenstrahlen am Ende des Tages zu stoppen. Strahlen, welche erst hinter dem hohen Haus in der Nachbarschaft verschwinden, um dann nach einigen Minuten auf der anderen Seite des Daches wieder hervor zu blitzen. Ein bisschen als würden sie verstecken spielen, um dann gnadenlos zu blenden oder um uns wie Würstchen auf dem Grill zu brutzeln... hahahaha und uns den Schweiß auf die Stirn zu treiben.  

Rasch kam in mir das Bedürfnis auf, dies ändern zu wollen. So auch dem im Frühjahr und Herbst nach Sonnenuntergang aufkommenden Wind Einhalt zu bieten. Mein Empfindlicher Nacken würde es mir danken.

In meiner alten Stoffresten Truhe, war interessanterweise rasch etwas gefunden. Etwas an das ich gar nicht mehr gedacht hatte. Die nicht mehr benötigten Vorhänge aus dem Wohnzimmer. Beige mit großen Ösen und einem eingewobenen Muster. Zum einen kam es uns zugute, dass diese aus 100% Polyester gefertigt worden sind. Obwohl ich sonst eher auf Naturmaterialien wie Baumwolle, Leinen und der Art stehe, sind diese für diesen Zweck ideal. Sie trocknen schnell, fallen schön und sind pflegeleicht.

Bald schon wurde ein Draht mit Spanner, so wie man das von einer Himbeerrank Konstruktion kennt, befestigt. Leider wurde dabei festgestellt, dass wenn die Vorhänge dort drangehängt werden, diese eindeutig zu lang sind.

Ich legte bestimmt meinen Hundeblick auf, um Schatz zu bezirzen. Denn ich hasse es zu nähen. Juhu! Er sagte zu und wenig später, ratterte der Meister der Nähmaschine die von mir mit Nadel eingekürzten Stoffe über die Maschine. 6 Stück an der Zahl.

Teamarbeit nennt man das wohl. Und nun haben wir seit einigen Wochen eine Art Zimmer im Garten. Es wirkt so angenehm schützend. Nicht nur vor der Sonne und dem Wind, sondern manchmal, wenn es uns gefällt, auch vor Menschen, die an unserem Zaun vorbei gehen oder den Nachbarn - man mag sie ja, trotzdem ist man mal gerne alleine - in unserem Wohnzimmer im Garten.  

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