· 

Haschisch

In jedem Garten verhält es sich wie wahren Leben. Er ist mit ständiger Arbeit verbunden. Und wie im wahren Leben, eben, gibt es Dinge die man /ich lieber verrichtet und anderes würde man lieber sein lassen. Doch auch das, wenn es dann gemacht ist, erfreut das Herz.

So ging ich heute Morgen mit einem Gasbrenner bewaffnet, als wäre ich Lara Croft der Garteninnung, vor unser Grundstück. Dieses grenzt an einen Allgemeinweg welcher auf 2 Seiten verläuft. Er wurde vor einigen Jahren mit Merkel und Splitt Steinchen angelegt. Was soll ich sagen, die auf neudeutsch benannten Wildkräuter (früher Unkraut) fühlen sich anscheinend recht wohl in diesem Gemisch. Denn sie sprießen und sprießen und sprießen und wenn man nicht rasch handelt, blühen sie ungeniert, versamen sich und sprießen und.... (na du weißt schon)

Wie Ausbrecherkönige sucht auch das eine oder andere aus meinem Garten die Flucht unter dem Zaun durch. Der Rest wird durch die nahegelegenen Wiesen mittels Windes und Wetter herangetragen.

Hin und wieder versuchte ich dem Ganzen Herrin zu werden. Doch habe ich nun 2-mal den Zeitpunkt verpasst und so erschien ein Mann von der Gemeinde angestellt, welcher alles in akribischer Arbeit entfernte. Wie praktisch, dachte ich im vorletzten Jahr, als ich auf Grund meines Armes solche Arbeiten nur schwer erledigen konnte. Doch wollte ich es nicht zur Gewohnheit werden lassen, dass andere meine Arbeit verrichten müssen.

Deswegen begann ich dieses Mal schon im zeitigen Frühjahr, mit der Arbeit die man nicht gerade als meine Lieblingsdisziplin bezeichnen könnte. Doch du weißt auch, das Leben ist nicht immer ein Ponyhof. So wollte ich mir diese Tätigkeit auf mehrere Tage aufteilen. Einen Teil hatte ich schon fertig, als ich an einem Nachmittag zwischen den Sträuchern ein Summen vernahm, Es stellte sich als Gesang heraus und wenig später grüsste mich ein dunkles Gesicht, mit zusammengekniffenen Augen, strahlenden Lächeln und einem freundlichen *Hello*. Ich grüsste ebenso freundlich zurück. 

Ok! Ich war zu wenig schnell mit meinem Projekt gewesen, das stand eindeutig fest - nun war wieder der Herr, welcher von der Gemeinde angestellt, damit beauftragt worden. Eingliederungsprojekt nennt sich das, wenn ich mich richtig entsinne... Obwohl... Eingliederung bei Stundenlanger Kräuterzupferei an der Grenze zu fremden Grundstücken und das allein, ohne Kontakt? (mmmhhh? Anderes Thema)

Am Abend war der Mann verschwunden und der Weg sah aus als hätte nie ein Kräutlein auch nur ein Wurzelbeinchen in den Boden gestreckt. Das war vor 14 Tagen - gestern sah ich, als ich mit dem Hund draußen lang ging, dass das erst grün schon wieder die Köpfchen zu recken versuchte. Und so komme ich nun wieder zum Beginn meiner Erzählung, Du erinnerst Dich *Lara Croft der Garteninnung" (Lach) Sie mussten dran glauben, denn mein Gasbrenner mit Stiel, der ein wenig an einen Spazierstock erinnert leistete ganze Arbeit. Mehr noch kam ich in den Genuss von verbranntem Kräuterduft. Ehrlich – ich mag es…

Auch wenn es zum Teil irgendwie an Haschisch erinnert. Obwohl ich selbst noch nie von diesem Kräutlein geraucht, gegessen oder in Tee Form genossen, weiß ich ganz genau wie es riecht. Eine Erinnerung an früheren Zeiten kam heute Morgen hoch. Damals, als ich jeden Samstagabend zum Tanz ging und anschließend mit der ganzen Clique unterwegs, meist zu jemandem heim. Dort wurde dann von den meisten ein Tütchen gequalmt. Andere genossen eine Dose Bier, ein Glas Wein oder alles zusammen.

Ich erinnere mich auch, dass mir schon Bald das Gekicher, die in Sofas herum hängenenden und über eine bessere Welt mit Drogen sprechenden Kumpels und Kumpelinen auf den Wecker gingen. Ich fühlte mich in den Rauchschwaden und dem übrigen Ambiente nicht wohl und schon gar nicht dazu gehörig. Und so wurden die Tanzabende auf einen anschließenden Restaurantbesuch beschränkt. Und wenn du nun denkst ich wolle mich als ein Gutmensch hinstellen, so liegst du falsch. Ich verliere nicht gerne die Kontrolle...mag es lustig, fantasievoll und farbenfroh zu sein, ohne was einverleibt zu haben. So einfach!

Doch heute - als ich all diese Kräutlein mittels Gasbrenner ins Jenseits schickte und es so roch, wie....

 

begann auch ich plötzlich zu summen, man könnte es auch Gesang nennen....und ging anschließend ganz beschwingt ins Haus zurück. Natürlich - WEIL ICH SO FROH WAR DIESE ARBEIT ERLEDIGT ZU HABEN (Lach) und ab jetzt spiele ich jede Woche einmal Lara Croft mit dem brennenden Stock, um dem Grünen außerhalb meiner Galaxie Herrin zu bleiben... (LACH)  

Kommentar schreiben

Kommentare: 0