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Süße Träume

Nach einigen Tagen Arbeitsabstinenz auf Grund einer Krankheit, begab ich mich heute Morgen erstmals wieder mit einem Löcher Sieb bewaffnet in den Garten.

Die Beine noch etwas wacklig und der Kopf noch etwas dusselig ging ich erst zum Stachelbeerbäumchen. Dort warteten noch einige Früchte, die gepflückt werden wollten. Es ist schon unglaublich, dachte ich, wie viel dieses Gewächs hergibt. Der Stamm viel zu dünn, mit einer Krone, die auf Hals Höhe endet und die ich locker hätte umarmen können. Trotzdem befinden sich in jedem Sommer so viele Früchte daran, dass sein Stämmchen mittels Stecken gestützt werden muss. Sein Kopf würde ansonsten auf Grund des Gewichts einfach vornüberfallen. (auch schon passiert). "Komisch" dachte ich weiter und schüttelte dabei einen kleinen Käfer, bei dem man glauben könnte, er wäre mit einem mit Turboantrieb ausgestattet, ab. "Komisch - dass ich das Bäumchen als eine Stachelbeere gekauft hatte, dabei stand ausdrücklich, dass er keine Stacheln hätte." Für mich Ideal - denn ich sollte meinen rechten Arm keinen Verletzungsmöglichkeiten aussetzen.

"Wie heißt es denn nun korrekt? Wenn es Stachellos ist, doch Stacheln im Namen vorkommen?" Keine Ahnung - ist auch egal. Hauptsache lecker! beschloss ich und steckte mir eine süße Beere in den Mund. Sie hatte etwas Sonnenbrand abbekommen, das erkannte ich an den leicht bräunlichen Flecken. Doch das tat dem Geschmack keinen Abbruch.

In der Küche leerte ich etwas später, die heute Morgen gepflückten zu den bereits anderen die in einem Becken warteten. Wog ab und kam gesamthaft auf über 3 Kilo. Eine Beerentarte in Kombi mit Himbeeren, Johannisbeeren und Cassis sollte ein Teil gebacken werden. Der andere, grössere Teil zu leckerer Konfitüre eingekocht. So, dass wir im Winter noch was vom Sommer zu schnabulieren hätten.

 

Leeres Sieb, neues Glück - so hieß die Devise. Auf zur nächsten Runde in den Garten. Ich merkte, es tat mir richtig gut wieder etwas tun zu dürfen und nicht nur im Bett zu liegen und meinen Arm und mich zu schonen. Ich stand vor dem beinahe schon leer gepflückten Himbeerbeet. Diese wachsen immer in Etappen, doch nun ging es dem Ende zu. Man konnte es auch gut daran erkennen, dass es nur noch wenige große Früchte hatte, die Mehrzahl war kleiner als die ersten Beiden male.

Da! Meine Hand wich automatisch zurück. Ich war es gewohnt, die eine oder andere Begegnung mit Spinnen, Käfer, Faltern, Bienen und Co, doch diese heute Morgen entlockte mir beinahe ein "Jöööö" (wenn Schweizer etwas niedlich finden) Es sah aus als hätte es eine dicke Schlafmaske auf, hing an der Beere als würde es kuscheln und sein weißer Po hätte mit einiger Fantasie ein Windelhöschen sein können. Es gab für mich keinen Zweifel, dass dieses Ding sich einen großartigen Schlafplatz ausgesucht hatte. Und nun immer noch sprichwörtlich in süßen Träumen schwelgte. Schnell ein paar Fotos gemacht, weil ich Dir das unbedingt zeigen muss, ringsherum alle roten Beeren abgepflückt und mich dann leise entfernt. Psssst!

 

Ich drehte mich nochmals um und es stand mir bestimmt ein Lächeln ins Gesicht geschrieben, denn es war an der ganzen Strauchreihe nur noch ein kleiner roter Punkt wahrzunehmen und ich dachte: "Dort schläft sie... die kleine süße Erdhummel und wird nun Bald von den Sonnenstrahlen wach geküsst" - *Schmelz* 

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