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Bücherreisen

Ich wollte es unbedingt - fließend lesen können! Ja - ich war in dem Punkt eine Streberin. Ganz anders verhielt es sich mit den Zahlen... die hätte man... ach! Du weißt schon.

Doch als ich als kleines Mädchen endlich einige Texte hintereinander ohne Stotterer lesen konnte war nichts mehr vor mir sicher. Auch wenn ich nicht immer verstand was geschrieben stand. Ich sag ja - es war nichts vor mir sicher.

 

Dies hielt sich viele Jahre und plötzlich war die Freude weg. Oder war es die mangelnde Zeit, die dieses Vergnügen verschlang? Einige Versuche abends im Bett etwas Literatur zu Gemüte zu führen, endeten mit dem Klatsch und Autsch! nämlich dann, wenn mir zum wiederholten Male das Buch ins Gesicht fiel. Ich war nach anstrengenden Arbeitstagen einfach zu müde. So verlegte ich meine Leselust, denn die war ja nicht weg, auf Zeitschriften, Nein - keine Klatschblätter. Es musste schon etwas anspruchsvoller sein. (hahahaha- wie sich das nun wieder anhört) Auch gut – doch es geht besser!

Vor wenigen Wochen brach Tag X an, mit der Erkenntnis...

«Wenn ich mir einmal am Tag eine Stunde freihalte, sozusagen eine Pause einlege, dann könnte ich doch wieder mit dem Bücher lesen beginnen.»

Nun galt es den richtigen Moment im Tagesgeschehen zu erhaschen. Denn irgendwie hat der Liebe Gott bei mir den *Aus- * oder *Pausenknopf* vergessen. Hahahaha

Doch siehe da! ich habe ihn gefunden. Die Lesezeit steht nun als Belohnung nach getaner Arbeit. Dann setzte ich mich bei schönem Wetter mit einem Heft in den Garten und klinke mich vom Rest der Welt aus. Dann kam eines zum anderen, der Zufall wollte es, dass ich beim Zappen im TV bei einem Literaturclub landete, in dem ein Buch von einer Schauspielerin, die es gelesen hatte, keine wirklich gute Kritik erhielt. Und genau das war es was mich darauf neugierig gemacht hat. So hielt und halte ich es auch mit Filmen, oder mit Menschen. (Reihenfolge war nun wahllos – Sorry!) Ich will mich halt immer selbst davon überzeugen und das ist auch gut so. Schnell war dieses Buch bestellt und ich tauchte in die Welt vom "Haus der Frauen" (von Laetitia Colombani) das wirklich in Paris steht. Seither reiste ich mit "Der Zopf" (auch von Laetitia Colombani) in die Geschichten 3er Frauen, nach Indien, Australien und Italien. Mit "Marie des Brebis" (von Christian Signol) nach Frankreich (eine wahre Geschichte einer Schäferin) Dann tauchte ich mit dem geliehenen Buch meiner Freundin ab, mit der ebenfalls wahren Erzählung, von Per J. Andersson "Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr" und nun...

nun bin ich an der Geschichte mit dem Titel "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" (von Rachel Joyce) Auf dem Umschlag steht zu lesen: «Eigentlich wollte er nur zum Briefkasten. Dann geht Harold Fry 1000 Kilometer zu Fuß. Von Südengland bis an die schottische Grenze.» Alle diese Bücher kann ich nur empfehlen – doch vielleicht solltest Du Dich selbst überzeugen – schmunzel! 

Ich Reise im Moment so viel und das in Corona Zeiten - unglaublich - lach

 

Und das Beste - Ich fühle mich zurück gekehrt zu etwas, das mir all die Jahre gefehlt hat. Und was durch anderes einfach Gnadenlos ersetzt wurde, jedoch nicht wirklich glücklicher machte (das Fernsehen zum Beispiel) Und weißt Du was? Gestern Abend las ich im Bett und das Geräusch "Klatsch und Autsch!" blieb einfach aus. Es fiel mir kein Buch ins Gesicht. Dafür war das Klick meiner Nachttischlampe erst nach 2 Stunden zu vernehmen. Nämlich dann als ich glücklich und zufrieden beschloss, endlich zu schlafen. (grins)  

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