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Wer sucht der findet - oder vielleicht eher "wer offen bleibt erhält Antworten". Diese Erkenntnis fällt mir ein, wenn ich über meine aktuelle Situation nachdenke.

Vor vielen Jahren war malen und zeichnen meine absolute Lieblingsbeschäftigung in der Freizeit. Solche und andere Bilder (siehe Foto) waren keine Seltenheit. Mit bemalten Shirts von Fotovorlagen von Hund, Katz und Pferd verdiente ich mir mein Bastel- & Malmaterial. Oft malte ich an den Wochenenden auch nachts und nicht nur einmal legte ich mich bei Sonnenaufgang ins Bett, um noch einige Stunden Schlaf zu bekommen. 

Eine richtige Passion. Doch, als ich dann nach meiner Operation rasch merken musste, dass sich das Malen auf kleine Bescheidene Dinge konzentrieren musste, fiel mir das nicht gerade leicht. Mein rechter Arm konnte die Leistung nicht mehr erbringen und es blieb mir nichts anderes dies zu akzeptieren. Kleine Werke machten mir nicht so viel Spass und die Lust auf Farbe konnte ich mit dem Ausmalen von Erwachsenen Mandalas nähren, Irgendwann begann ich mit Häkeln und Stricken. Obwohl ich in der Schule schlecht darin war, wenn nicht sogar eine Katastrophe für jede Lehrerin, verging nun kein Abend ohne dieses Hobby. Alle Defizite wurden mit Anleitungen aus dem Internet recht erfolgreich getilgt. Frau Räber (Lehrerin) hätte ihre helle Freude an mir gehabt. So entstanden unendlich viele schöne Schals, Socken und Taschen in hochwertigen Materialien zu den Geburtstagen meiner Bekannten und Freunden. Hin und wieder eine Puppe mit Kleidern zum Wechseln für deren Kinder oder als Maskottchen für einen junggeblieben Erwachsenen. Es machte recht viel Spass. Ja richtig - es machte... Die Vergangenheitsform ist nun eingetreten.

Erst versuchte ich das Ganze zu reduzieren, dann tageweise wegzulassen... doch meine ständigen Nervenschmerzen, über das Schulterblatt hoch in den Kopf ermahnten mich auch bei winzigen Einheiten von 15 Minuten pro Tag "Das geht so nicht mehr"

Mein rechter Arm war die Ursache - sowieso zu schwer an Eigengewicht, weil die wenigen übrig gelassenen Lymphknötchen zu viel zu tun haben und nicht richtig funktionieren können... Dazu die zusätzliche Belastung, es wurde ihm zu viel. Schmerzen über Schmerzen – das durfte nicht sein.

Ok - ein paar Tage nach der Einsicht und dem Zugeständnis war ich wirklich betrübt. "Meine Traurigkeit ändert nicht die Tatsache" sagte ich zu Schatz "Es wird sich bestimmt etwas finden das mir Spaß macht." Ich war echt überzeugt, dass eine neue Tür aufgehen würde.

 

Das gestalten von Geburtstagskarten wurde zum neuen Öffner. Wo ich früher welche gemalt habe, wurde nun das Ausschneiden und Kleben entdeckt. Ohne Anleitung und ganz aktuell entstehen nun Dinge, die ich am liebsten selbst behalten würde. Aus ausgedienten Kalendern, Broschüren, Glitzi und anderen Materialien entstehen 3D Kartengrüße. Psst! Meine letzte Arbeit bleibt vorläufig bei mir. Ein Novum – denn sonst verschenke ich immer alles zeitnah. Einmal mehr hat es mir aufgezeigt, dass die Welt voller Möglichkeiten ist, man muss nur das passende finden und dabei manchmal ganz viel Geduld mitbringen. Dabei den Kopf nicht hängen lassen und sich bewusst macht, dass sich das auf Dinge versteifen, die nicht passen, absolut nichts bringt. Wie sagte Mama immer: "Irgendwo geht immer ein Türchen auf" oder "Am Ende des Tunnels ist Licht" Im Moment ist es bei mir ein Klebe- und Ausschneid Türchen mit Licht, das angeknipst wurde.  (Bilder zum vergrößern anknipsen)

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